Bis dass der Laser uns scheidet

In der Schweiz hat mittlerweile schon jede(r) Vierte zwischen dem 16. und 70. Altersjahr eine Tätowierung. Der Trend hat aber auch eine Kehrseite. Immer häufiger wollen unglücklich Tätowierte die Körperverzierung wieder los werden. Doch das ist schneller gesagt als getan.

Rückansicht einer jungen Frau mit Jeans und Tätowierung über dem Steiss.

Bildlegende: Früher cool, heute out: So manche Trägerin bereut ihr «Arschgeweih» und möchte es entfernen lassen. imago

Um zu verstehen, wie ein Tattoo entfernt wird, muss man wissen, wie es entsteht.

Der Vorgang der Tätowierung besteht grundsätzlich in einer Punktierung der Haut mit einer elektrischen Tätowiermaschine, wobei gleichzeitig mit dem Durchstechen ein Farbmittel in die Haut eingebracht wird. Die Kunst dabei ist es, die richtige Stelle der Lederhaut zu treffen, denn dort wird die Farbe in speziellen Hautzellen beständig eingelagert.

  • Geht die Farbe nicht tief genug und bleibt in der Oberhaut liegen, blutet sie schnell aus oder wird rasch mit abgestorbenen Hautzellen abgeschuppt.
  • Dringen die Farbpigmente zu tief bis in die Unterhaut ein, verwischt das Tattoo rasch durch die auftretenden Blutungen.

Laser statt Messer zum Entfernen

Früher wurden Tätowierungen destruktiv entfernt, zum Beispiel mit dem Skalpell herausgeschnitten oder mit einem gebündelten Wasserstrahl ausgespült. Dabei blieben immer hässliche Narben zurück. Die Entfernung mittels Laserlicht gilt unter den Ärzten heute als Goldstandart.

Bei der Laserentfernung werden die Farbpigmente in der Haut mittels eines in der Wellenlänge exakt auf die Farbe abgestimmten Laserlichts aufgeheizt und zertrümmert. Die Farbreste werden anschliessend von Zellen des Immunsystems aufgenommen und im Körper abgebaut.

Schnell gestochen, langwierig entfernt

Ein Tattoo lässt sich nicht in einer einzigen Sitzung entfernen. Die Anzahl der Behandlungen hängt stark von der Grösse der Tätowierung ab, wie tief sie in der Haut liegt und welche Farbstoffe verwendet wurden. Schwarz lässt sich zudem einfacher entfernen als zum Beispiel Grün, Rot und helle Farben wie Gelb und Rosa. Bis zu zehn Sitzungen sind keine Seltenheit. Eine Garantie, dass die Tätowierung vollständig verschwindet, gibt es nicht.

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Schnell gestochen, mühsam entfernt

8:19 min, aus Puls vom 14.6.2010

Zwischen den Sitzungen braucht die Haut Zeit, um sich von der Behandlung mit dem Laserlicht erholen zu können. In der Regel muss der Patient sechs bis acht Wochen bis zur nächsten Sitzung pausieren. Eine Tattoo-Entfernung dauert also schnell einmal über ein Jahr. Neben dem zeitlichen Rahmen werden oft auch die Schmerzen und die Kosten unterschätzt. Die Laserentfernung einer faustgrossen Tätowierung kostet bereits mehrere tausend Franken. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Und auch wenn die Lasersitzung nur zwischen fünf und zehn Minuten dauert, so schmerzt das Entfernen deutlich mehr als das Tätowieren selbst.

Grund genug, sich eine Tätowierung reiflich zu überlegen und sich zu keinem «Schnellschuss» in den nächsten Ferien verleiten zu lassen.