Den inneren Schweinehund überwinden – jetzt!

Bewegung tut gut, geht ganz einfach und braucht nur ein wenig Überwindung. «Puls»-Arzt Thomas Kissling gibt gute Tipps fürs Training und den Einstieg.

Ein Mann bindet sich auf einer Wiese seinen Joggingschuh

Bildlegende: Sich einmal aufraffen und in die Sportschuhe steigen ist das eine – dran bleiben das andere. imago

Gehören Sie auch zu jenen Menschen, die lieber den Lift nehmen statt Treppen zu steigen? Die einem Roger Federer zwar stundenlang im Fernsehen zuschauen können, aber selber mit Sport überhaupt nichts am Hut haben? Denen der Arzt schon lange zu mehr Bewegung rät, die sich aber einfach nicht dazu überwinden können?

«Puls»-Arzt Thomas Kissling verrät seine besten Tipps für einen erfolgreichen Einstieg in ein bewegteres Leben:

So bereiten Sie sich vor

Wer neu mit Sport beginnen will und wegen einer Krankheit in Behandlung ist, fragt am besten beim Arzt nach, welche Bewegung und wie viel davon einem gut tut.

Bei an sich Gesunden gilt als Faustregel: Neueinsteiger über 35 mit Ambitionen sollten einen sportärztlichen Check machen – Neueinsteiger über 60 sollten auch ohne Ambitionen mit ihrem Hausarzt Rücksprache halten.

Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihnen sympathisch ist. Wer Velofahren schon als Kind gehasst hat und sich nun dazu zwingen will, «weil's gesund ist», wird höchstwahrscheinlich wenig Freude daran finden.

So starten Sie

  • Wenn Sie sich entschieden haben, Sport zu treiben: Beginnen Sie sofort damit! Heute! Jetzt! Gleich! Schieben Sie den Start nicht auf einen symbolträchtigen Starttermin (Geburtstag, Jahresbeginn, Hochzeitstag etc.) auf, der dann bei abnehmender Motivation wie ein Damoklesschwert über Ihnen hängt.
  • Gehen Sie nicht gleich von 0 auf 100. Lassen Sie es langsam angehen und steigern Sie die Intensität Ihres Trainings kontinuierlich. Zwei- bis dreimal 30 Minuten Bewegung pro Woche sind ein guter Anfang.
  • Bauen Sie zusätzliche Bewegung in Ihren Alltag ein. Steigen Sie eine Haltestelle früher aus, nehmen Sie die Treppe statt den Lift.

So bleiben Sie dran

  • Verabreden Sie sich mit anderen zum Sport. Verabreden verpflichtet – und gemeinsam macht alles viel mehr Spass!
  • Weniger ist besser als nichts: Wenn man sich 30 Minuten draussen vorgenommen hat, das Wetter aber nicht sehr einladend ist, dann reduzieren Sie Ihr Pensum heute eben ein wenig – gehen aber trotzdem raus. Besser fünf Minuten bewegt als 30 Minuten nichts getan!
  • Setzen Sie sich realistische Ziele. Erfolgserlebnisse steigern den Spass an der Sache und die Motivation, den gewählten Sport weiter zu betreiben. Schrittzähler oder spezielle Smartphone-Apps können dabei eine wertvolle Hilfe sein.