Essen vor oder nach dem Sport?

Mit leerem Magen oder lieber gut gestärkt: Zum idealen Zeitpunkt für Sport haben Sportärzte eine klare Meinung.

Ein Mann in Joggingausrüstung sitzt an eine Hauswand gelehnt auf dem Boden und isst ein Brötchen und trinkt aus einer Dose.

Bildlegende: Essen, bitte – am besten nach dem Sport. Colourbox

Vorneweg: Vor dem Sport genug Flüssigkeit getrunken zu haben ist viel wichtiger als ausreichend gegessen zu haben – am besten ein süsses Getränk, Schorle, Sirup oder gesüssten Tee beispielsweise.

Denn die meisten Sportler «scheitern weniger daran, dass sie zu wenig im Bauch haben, sondern eher daran, dass sie schon zuviel gegessen haben», erklärt der Zürcher Sportarzt Walter O. Frey im «Ratgeber» von Radio SRF 1.

Mit dem leeren Magen beim Training kommen aber nicht alle gleich gut zurecht: Einigen wird es vom Sport auf nüchternen Magen übel. Auch hier helfen gesüsste Getränke im Vorfeld oder sogar während des Sports.

Kampf um die Energiereserven

Das Müesli, Mittag- oder Abendessen sollte in jedem Fall besser bis danach warten. Denn die Muskeln ziehen dem Körper beim Sport schon genug Energie ab. Fordert nun auch noch der Magen Energie für die Verdauung, ergibt sich daraus eine Konkurrenzsituation, bei der der Magen schliesslich «Stopp» sagt – und dann wird Sportlern mit vollem Magen übel. Wer gar nicht ohne zu essen Sport treiben mag, der soll lieber eine Kleinigkeit zu sich nehmen, eine halbe Scheibe Brot etwa, und danach 15 Minuten bis zum Training warten.

Auch fürs Essen nach dem Sport hat Walter O. Frey Tipps in petto: «Wer Muskeln aufbauen will, sollte möglichst rasch Eiweiss essen, um Bausteine für den Muskelaufbau zu liefern. Wer abnehmen will, sollte möglichst lange nach dem Sport nichts essen, weil dann die Energiespeicher leer sind und der Körper zur Fettverbrennung übergeht. Wer einfach zufrieden ist, Sport getrieben zu haben, der setzt sich danach hin und isst sein Müesli.» Gleiches gilt übrigens auch fürs Mittag- oder Abendessen.