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Lifestyle Früher war das Leben weniger süss

Karies und Zahnfleischentzündungen kamen bis ins Mittelalter deutlich seltener vor als heute, zeigt eine australische Studie. Den Wandel verdanken wir veränderter Ernährung, mehr Zucker und Kohlenhydraten.

Prähistorischer Unterkiefer mit Zähnen
Legende: Aus den Zähnen prähistorischer Skelette liessen sich interessante Erkenntnisse ableiten Alan Cooper

Für die Studie untersuchten Alan Cooper von der University of Adelaide, Link öffnet in einem neuen Fenster und sein Team die Zähne von 34 prähistorischen Skeletten. Als Material dienten ihnen Proben aus dem Zahnstein der Verstorbenen.

In den uralten Belägen ist die DNA von Mundbakterien eingeschlossen, die noch nach Tausenden von Jahren zu entschlüsseln ist. Mithilfe der enthaltenen genetischen Information konnten die Wissenschaftler die Keimarten identifizieren, die im Mund unserer Vorfahren lebten. Die ältesten Proben waren 7550 Jahre alt und stammten aus der Jungsteinzeit, weitere Funde aus der Bronzezeit und dem Mittelalter.

Krankheitserreger haben es leichter

Das Ergebnis der Studie: Im Laufe der Jahrtausende ist die Artenvielfalt unserer Mundbakterien deutlich gesunken. Dadurch haben es Krankheitserreger heute leichter, den Mundraum zu besiedeln, weil sie sich gegen weniger Konkurrenten durchsetzen müssen. Die Anfälligkeit für Zahninfektionen steigt.

Kariesverursachende Mikroben dominieren heute sogar. «Der Mund des modernen Menschen ist im Grunde genommen in einem permanenten Krankheitszustand», sagt Alan Cooper.

Mehr Zucker und Brot

Offenbar hat sich die Mundflora unserer Vorfahren stets dann stark gewandelt, wenn grosse Veränderungen der Menschheit stattfanden. Die Artenvielfalt der Mundbakterien sank besonders stark zu Beginn des Ackerbaus und ein zweites Mal vor rund 150 Jahren, zur Zeit der industriellen Revolution.

Der Grund: Die Menschen änderten ihre Ernährung. Durch den Ackerbau stellten sie auf eine stark kohlenhydratreiche Kost wie zum Beispiel Getreide um. Die industrielle Nahrungsproduktion ab Mitte des 19. Jahrhunderts steigerte unseren Zuckerkonsum.

Das wirkte sich zum Nachteil der gesundheitsfördernden Mundkeime aus, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte in ihrer Zahl schrumpften. Die krank machenden Keime hingegen finden seither mehr Platz in der Mundhöhle. Um Karies & Co. entgegenzuwirken, ist Mundhygiene deshalb wichtiger denn je.

3 Kommentare

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  • Kommentar von S. Nogler, Bever
    Es braucht nicht noch mehr Forschung über Dinge die längstens bewiesen sind, sondern endlich einmal tragfähige Massnahmen um das Problem zu lösen. Zucker sollte mit mindestens 2 Fr. pro kg besteuert werden. Gleichzeitig müssten die Süssungsmittel Xylit und v.a. Stevia gefördert werden. Brot ist nie das Problem von Karies, sondern Zucker. Brot verstärkt nur dann das Problem, wenn deutlich zuviele "Kariesbakterien" bereits durch den Zuckerkonsum "gezüchtet" wurden.
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    1. Antwort von Nicola Harrison, Nussbaumen
      Falsch - Brot ist ebenso das Problem wie Zucker und damit auch "natürlichen" Zucker http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/brigitte-hamann/warum-die-menschen-hierzulande-immer-kraenker-werden-und-was-sie-selbst-fuer-ihre-gesundheit-tun-koe.html
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    2. Antwort von Mike Brunner, Lachen
      @N. Harrison: "natürlichen" Zucker was sollen die Menschen denn essen, wenn keine Kohlenhydrate mehr? Nur noch Fleisch, Fett und Milchprodukte? Alleine aus ethischen Gründen undenkbar, eine 6-10 Mrd. Weltbevölkerung kann NIEMALS so ernährt werden wie unsere Vorfahren, ökologisch, ökonomisch, ethisch aber auch ganz einfach von den Ressourcen her undenkbar. Früher gab es auch keine gute Mundhygiene und Dentalhygiene, der Mensch entwickelt sich weiter!
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