Gerste – Comeback einer alten Getreidesorte

Obwohl Gerste nahrhaft und eine der ältesten Getreidesorten ist, wird sie in der Küche eher selten verwendet – bis jetzt.

Ähre einer Gerste vor blauem Himmel.

Bildlegende: Die Gerste zählt zu den Süssgräsern. Colourbox

Gerste hat eine lange Geschichte hinter sich. Im Vorderen Orient und im östlichen Balkan war sie eine der ersten von Menschen angebauten Getreidearten. In Europa war sie bis ins 16. Jahrhundert hinein gar das Hauptgetreide, vergleichbar mit dem Reis in Asien. Die Menschen verarbeiteten sie vor allem als Breie oder Suppen. Als Brotgetreide eignete sich die Gerste wegen ihres geringen Klebergehaltes allerdings weniger und wurde deshalb zunehmend von Weizen und Roggen verdrängt.

Video «Afrikanische Gene für Schweizer Gerste» abspielen

Afrikanische Gene für Schweizer Gerste

6:53 min, aus Einstein vom 10.10.2013

Doch seit einigen Jahren findet sich das geschichtsträchtige Getreide neben Suppen und Eintöpfen auch in nahrhaften Salate. Und weil die Gerste im Kochverhalten dem Risottoreis ähnelt, kann man statt eines Risotto auch einen Orzotto oder, wie es italo-schweizerisch heisst, einen Gerstotto zubereiten.

Nähr- und ballaststoffreich

Es macht nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich Sinn, die Gerste in der Küche wieder mehr einzusetzen. Denn neben Kalzium, Kalium und Natrium enthält sie auch viel Eisen und Magnesium. Als Ballaststoff kurbelt sie die Verdauung an. Und Aminosäuren wie Leucin, Phenylalalin oder Valin sind essentiell wichtig für die Muskelfunktion, den Hormonstoffwechsel oder die Gehirnfunktion. (wohl für den Energiehaushalt im Muskelgeweben wichtig).

Vorsichtig sollten allerdings Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit sein: Gerste enthält zwar weniger Klebereiweiss als manch andere Getreidesorte, dennoch kann auch der geringe Glutengehalt Empfindlichen bereits Probleme bereiten.