Hafer – Flocken für die Nerven

In fast jedem Haushalt stehen irgendwo Haferflocken – mehr oder weniger rege genutzt. Rein gesundheitlich betrachtet steht dem Hafer aber ein Revival zu.

Nicht jeder findet den Geschmack von Hafer besonders spannend, aber: Er ist glutenarm und nährstoffreicher als alle anderen Getreidearten. Das robuste Getreide fördert also auch eine robuste Gesundheit. Wegen dieser Eigenschaften war der Hafer schon bei den alten Germanen sehr beliebt. Sehr zum Hohn der Römer war Hafer in Form von Brei eines ihrer Hauptnahrungsmittel, während die Römer das Getreide als reines Tierfutter betrachteten.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Hafer das Getreide der einfachen Menschen. Es gedieh gut in den kälteren Gebieten Mittel- und Nordeuropas. Erst mit Aufkommen der Kartoffel wurde der Hafer nach und nach aus den Küchen verdrängt.

Gesund, gesünder, Hafer

Man sollte ihm aber wieder einen grösseren Stellenwert in der Ernährung zugestehen: In nur 40 Gramm Haferflocken steckt ein Viertel der empfohlenen Biotin-Tagesdosis, das für gesunde Haut und Haare und gute Nerven wichtig ist. Auch Zink liefert der Hafer reichlich: 100 Gramm bieten genauso viel Zink wie ein Steak. Das enthaltene Vitamin B1 ist ebenfalls gut für Kopf und Nerven, das Vitamin B6 unterstützt ein stabiles Nervensystem.

Gerade Vegetarier und Veganer sollten am Hafer nicht sparen, denn er ist ein hervorragender pflanzlicher Eisen- und Magnesiumlieferant, den der Körper gut verwerten kann – am besten kombiniert mit einer Vitamin-C-Quelle wie frisches Obst.

Eine unschlagbare Kombination sind auch Hafer und Hirse: Beide sind hervorragende Silicium-Lieferanten. Das hält nicht nur das Bindegewebe elastisch, sondern beugt auch Arthritis vor.

Als Krankenkost machte sich der Hafer schon lange einen Namen: Haferbrei und Haferschleimsuppe helfen bei Magen-Darm-Entzündungen.

Wissenschaftlich belegter Gesundheitseffekt

Diverse Studien zum Hafer haben mittlerweile belegt, wie vielseitig der Gesundheitseffekt des Getreides ist. Eine Auswahl:

  • Laut einer amerikanischen Studie mit 40'000 Teilnehmern reduzierte sich das Diabetes-Risiko um bis zu einem Drittel, wenn die Probanden regelmässig Hafer zu sich nahmen.
  • Haferkleie enthalten besonders viel Beta-Glucan, das den Cholesterinspiegel senkt.
  • Weil alle Haferflocken Vollkornprodukte sind, enthalten sie eine grosse Menge an Antioxidantien. Ein Effekt davon kann sein, dass sich weniger Gefäss-Ablagerungen bilden. Eine Studie der Harvard-Universität mit mehr als 20'000 Teilnehmern zeigte, dass das Risiko von Männern, am plötzlichen Herztod zu sterben, um nahezu ein Drittel reduziert war, wenn sie jeden Tag einen Vollkornbrei zum Frühstück assen. Auch Zellmutationen, die zu Brustkrebs führen, waren laut einer Studie bei Hafer-Esserinnen seltener.
  • Auch Menschen mit Zöliakie kommen unter Umständen gut mit kleineren Mengen Hafer zurecht. Das zeigte eine Untersuchung mit 116 Kindern, die an Glutenunverträglichkeit litten (dabei sollte man wegen Verunreinigung mit anderen Getreidearten aber unbedingt auf glutenfreie Produkte achten).