Kosmetik – Auch «Natur pur» hat so seine Tücken

Welche Produkte tatsächlich «durch und durch» natürlich sind, ist nicht so einfach zu erkennen. Spezielle Labels helfen weiter, doch die sind nicht offiziell normiert. Auf der sicheren Seite ist nur, wer Hautpflegemittel selbst herstellt. Das will gelernt sein, sonst drohen gesundheitliche Risiken.

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Naturkosmetik – Wie gut ist «Natur pur»?

7:44 min, aus Puls vom 8.9.2014

Bei industriell hergestellter Naturkosmetik vermitteln Verpackung oder Name des Produkts oft den Eindruck, dass im Produkt viel Natur stecke. Doch bei vielen Mittelchen sind es nur einzelne Bestandteile wie etwa ein bestimmtes Öl oder ein Extrakt einer Pflanze, die in Bioqualität enthalten sind. Meist wird auch auf synthetische Farb- und Duftstoffe und auf Stoffe aus Mineralöl verzichtet. Dennoch: Ein grosser Anteil der Inhaltsstoffe ist synthetischen Ursprungs.

Der Begriff Naturkosmetik ist in der Schweiz nicht geschützt. Was genau in einem Naturkosmetik-Produkt enthalten sein muss, ist gesetzlich nicht geregelt. Es gibt nur allgemeine Vorschriften, welche Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten verwendet werden dürfen und welche nicht und in welchen Mengen sie zulässig sind.

Blick auf Labels

Wer möglichst viel Natur in seinen Kosmetikprodukten haben will, ohne sie selber herzustellen, kann sich an den renommierten Gütesiegeln wie etwa «NaTrue», «Ecocert» oder «BDIH» orientieren. Diese Labels halten sich an die wichtigsten Kriterien von echter Naturkosmetik.

Die pflanzlichen Rohstoffe stammen soweit möglich aus kontrolliert biologischem Anbau oder zertifizierter Wildsammlung. Rohstoffe aus toten Tieren werden nicht verwendet, und auf Tierversuche wird ebenfalls verzichtet. Natürlichen Substanzen wie ätherische Öle oder Vitamin E konservieren die Produkte.

Auf synthetische Farb- und Duftstoffe wird ebenso verzichtet wie auf die Verwendung von Paraffinen und anderen Erdölprodukten.

Unliebsame Überraschungen vermeiden

Allergische Reaktionen kann es übrigens sowohl auf natürliche wie auch synthetische Stoffe geben. 26 Duftstoffe sind aus allergologischer Sicht besonders kritisch und müssen gekennzeichnet sein, wenn ihr Gehalt im Endprodukt 0,01 Prozent überschreitet.

Diese Duftstoffe sind zusätzlich auf einer speziellen Liste vermerkt: α-Isomethylionon, Amylzimtaldehyd, Amylzimt-Alkohol, Anis-Alkohol, Benzyl-Alkohol, Benzoesäurebenzylester, Zimtsäurebenzylester, Salicylsäurebenzylester, Butylphenylmethylpropional, Zimtaldehyd, Zimtalkohol, Citral, Citronellol, Eugenol, Baummoos-Extrakt, Eichenmoos-Extrakt, Farnesol, Geraniol, Hydroxycitronellal, Hydroxyisohexyl-3-cyclohexencarbaldehyd, Hydroxyisohexyl-3-cyclohexencarbaldehyd, Isoeugenol, Linalool, Hexylzimtaldehyd, Limonen, 2-Octinsäuremethylester.

Diese Liste wird laufend den neuesten Erkenntnissen angepasst und wenn nötig ergänzt.

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