Löwenzahn – Delikatesse frisch von der Wiese

Er gilt als Unkraut und Kaninchenfutter. Derweil hat der Löwenzahn ganz andere Talente – medizinisch und kulinarisch.

Ein Bund frisch gepflückter Löwenzahn.

Bildlegende: Von der Knospe über die Blüte bis zu den Blättern essbar. imago

Ist der Löwenzahn hierzulande vor allem Gärtnern lästig, gilt er in Italien als Delikatesse. Ganz so weit ist es bei uns noch nicht, doch auch hierzulande findet er wieder mehr Beachtung. So kann man ihn mittlerweile – möchte man nicht selbst ernten gehen – auch wieder auf einigen Wochenmärkten kaufen.

Die Einsatzgebiete waren und sind vielfältig: Nordamerikanische Schamanen rauchten die getrockneten Blätter bei schamanischen Ritualen. Auch als Orakel eignete sich die Pflanze. War beispielsweise der Fruchtboden beim Abblasen der Pusteblume weiss, kam eine Person in den Himmel, war er schwarz, musste sie in der Hölle schmoren.

Heute dient die Pflanze aber weniger zu Weissagungen, sondern kommt vielmehr auf den Teller. Essbar ist alles – von der Wurzel angefangen über die Blätter bis hin zu den Blütenknospen oder Blüten. Verwechselt werden kann der Löwenzahn eigentlich nur mit anderen Arten der gleichen Gattung – und die sind allesamt ebenfalls geniessbar. Lediglich den Ernteort sollte man sich genau ansehen: Entlang von Wegen und Strassen ist das Sammeln nicht ideal, auch an Stellen mit vielen Hunden ist Vorsicht geboten.

Gut gegen Blasenleiden

Am besten schmecken ganz junge Blätter – geerntet entweder noch vor der ersten Blüte oder aber kurz nach dem ersten Schnitt. Dann entfalten sie den kräftigsten Geschmack, der besonders gut im Salat mit nussigen Ölen zur Geltung kommt. Natürlich lassen sich die Blätter auch wie Spinat kochen. Dann jedoch braucht man grosse Mengen. Die Blütenknospen wiederum kann man in Essig und Salz einlegen oder in Olivenöl anbraten – dann schmecken sie wie auf griechische Art zubereitete Oliven.

Weil Löwenzahn reich an Bitterstoffen, Vitaminen und Mineralien ist, ist er nicht nur eine kulinarische, sondern auch gesunde Ergänzung des Speiseplans. Sogar für den medizinischen Einsatz eignet er sich, auch wenn er bislang noch nicht gut erforscht ist. Es wird dem Löwenzahn aber eine anregende Wirkung auf den Zellstoffwechsel und die Leberfunktion nachgesagt. Er soll auch die Hormonproduktion ankurbeln und Gallenprobleme lindern, und als Tee sogar den Blutzuckerspiegel stabilisieren helfen. Gegen Blasentzündung oder Reizblase soll er ebenfalls gute Dienste leisten.