«Pfefferminz stoppt die Lust auf Süsses»

Wer tagsüber (zu) wenig oder unregelmässig isst, sieht sich abends oder nachts häufig mit Heisshunger konfrontiert. SRF-Ernährungsberaterin Helena Kistler erklärt, wie es zu diesen Fress-Attacken kommt und was sich dagegen tun lässt.

Mann steht nachts vor dem offenen Kühlschrank und beisst gierig in ein Sandwich.

Bildlegende: Gegen nächtliche Heisshunger-Attacken lässt sich einiges tun. imago

Oft genug ist die Kühlschranktür die letzte Tür, die man zu Hause spätabends noch öffnet – und oft genug endet das mit schlechtem Schlaf und schlechtem Gewissen.


Heisshunger am Abend

4:20 min, aus A point vom 02.03.2015

Der Schlaf leidet darunter, dass sich unser Körper nicht erholen und sammeln kann, sondern stattdessen mit Verdauen beschäftigt ist. Aufs Gewissen drückt der nagende Gedanke, dass die späten Kalorien doppelt zu Buche schlagen. «Das kann man so nicht generell sagen», relativiert SRF-Ernährungsberaterin Helena Kistler. «Es kommt in erster Linie darauf an, wie viele Kalorien man schon tagsüber zu sich genommen hat.» Waren das nicht allzu viele, liegt auch ein später Snack noch drin. Hat man seinen Energiebedarf aber eigentlich schon gedeckt und geht schlafen statt trainieren, füllen die überzähligen Kalorien unseren Fettspeicher.

Alternativen zur Kühlschrank-Attacke

Knurrt der Magen im Bett, gibt es gute Alternativen zum Plündern des Kühlschranks. Einen aromatischen Kräutertee beispielsweise oder eiweisshaltige Produkte wie Joghurt oder Quark in Kombination mit Gemüse oder Früchten. Ebenfalls denkbar: ein Stück Käse mit einem Birnenschnitz. Hauptsache, es bleibt bei einem kleinen Imbiss und artet nicht zu einer vollständigen Mahlzeit aus.

Lässt sich der Magen von den kleinen Portionen nicht beeindrucken, kann Zähneputzen helfen – oder ein Pfefferminz-Bonbon. «Pfefferminz stoppt erstaunlicherweise die Lust auf Süsses», weiss die Ernährungsberaterin.

Heisshunger kann auch auf Schlafmangel zurückzuführen sein. «Wenn wir wach bleiben wollen, greifen wir unbewusst zu etwas Essbarem, um länger fit zu bleiben.» Wenn man das oft genug macht, kann sich daraus ein Muster entwickeln, das auch ohne Müdigkeit greift.

Was den Heisshunger begünstigt

  • Lange Pausen zwischen den Mahlzeiten
  • Viele kleine Zwischenmahlzeiten statt einer ordentlichen
  • Stress, intensive geistige Aktivität
  • Schlafmangel
  • Rituelle Gewohnheiten (Süssigkeiten als Belohnung für einen strengen Tag, Snacks zur Lieblings-Sendung im TV etc.)