Rapsöl – Verkanntes einheimisches Gold

Rapsöl ist das einzige Pflanzenöl, das in der Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung aufgeführt ist. Und Rapsöl schmeckt. Die Bitterstoffe, die es früher enthielt, sind längst herausgezüchtet. Gegenüber dem Olivenöl hat es sogar die gesündere Fettsäurezusammensetzung.

Ein blühendes Rapsfeld vor blauem Himmel.

Bildlegende: Auch für das Auge ein Genuss: leuchtend gelbes Rapsfeld. imago

Seit den 1970er-Jahren läuft das mediterrane Olivenöl dem gesunden einheimischen Rapsöl den Rang ab. Mit 33,5 Prozent der Verkäufe stand das viel teurere Olivenöl in der Marktstatistik des Bundesamts für Landwirtschaft 2013 an erster Stelle. Die Konsumentinnen und Konsumenten griffen im Detailhandel gerade einmal halb so oft zur Rapsölflasche.

Kein Wunder, denn bis zu neuen Rapszüchtungen schmeckte das Rapsöl bitter. «Warm gepresstes Rapsöl ist geschmacklich aber mittlerweile neutral», sagt Brigitte Buri von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE). «Das kalt gepresste Rapsöl, das besonders reich an ungesättigten Fettsäuren ist, schmeckt dagegen leicht nussig, aber nicht minder gut.»

Grosszügiger Vitamin-E-Lieferant

Rapsöl ist ideal zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem enthält Rapsöl mehr Vitamin E als andere Speiseöle. Das ist wichtig, denn Vitamin E kann der menschliche Körper nicht selber aufbauen. Ein Mangel zeigt sich in Form von Verdauungsstörungen, Konzentrationsschwäche, erhöhter Infektanfälligkeit und Abbau der Muskulatur.

«Kalt gepresstes Rapsöl ist ideal für die kalte Küche», sagt Buri. Raffiniertes, also warm gepresstes Rapsöl, darf dagegen bis auf 180°C erwärmt werden. Fürs Braten und Frittieren ist eigens die HOLL-Rapssorte gezüchtet worden, deren wertvolle Inhaltsstoffe auch hohen Temperaturen trotzen. HOLL steht für High Oleic, Low Linolenic: HOLL-Rapsöl zeichnet sich aus durch einen hohen Anteil an Ölsäure – eine einfach ungesättigte und deshalb gesunde, erhitzbare Fettsäure – und einen geringeren Gehalt an Linolsäure.

Rapsöl sollte man kühl und dunkel lagern. Licht, Luft und Wärme lassen es schneller ranzig werden und beschleunigen den Abbau von Vitamin E. Eine angebrochene Flasche sollte man innerhalb weniger Monate konsumieren. Deshalb: immer die kleinste Flasche kaufen.

Und noch etwas: Rapsöl ist ein einheimisches Produkt und deshalb auch umweltverträglich, da lange Transportwege wegfallen.