Vom Wunschkind zum Kind um jeden Preis

Bleibt das Wunschkind aus oder soll es später kommen, finden sich heute die wenigsten Betroffenen mit den natürlichen Gegebenheiten ab. Die Fortpflanzungsmedizin sprengt laufend neue Grenzen und eröffnet Optionen, die 1978, bei der Geburt des ersten Retortenbabys noch undenkbar waren.

Wissenschaftler betrachtet eine Kinderpuppe in einem Reagenzglas.

Bildlegende: Die Fortpflanzungsmedizin findet immer neue Wege, um den Kinderwunsch möglich zu machen. imago

Frauen ohne Gebärmutter bekommen eine transplantiert. Frauen, die mit dem Kinderkriegen einfach noch warten wollen, lassen ihre Eizellen einfrieren und Jahre später wieder auftauen. Und wer keine Eizellen oder Spermien hat, kann sie sich vielleicht bald schon im Labor heranziehen lassen – aus den eigenen Stammzellen.

Um den Wunsch nach einem eigenen Kind zu erfüllen, werden die Grenzen der Biologie verschoben. Fast alle dieser Verfahren befinden sich im experimentellen Stadium. Ihr Nutzen, ihre Risiken unbekannt.

36 Jahre nach der Geburt des ersten im Reagenzglas gezeugten, sogenannten Retortenbabys wagt die Reproduktionsmedizin Grenzgänge, die weit über die künstliche Befruchtung hinausgehen. Für immer fruchtbar? Ein «Kontext» von Marieke Degen zu den Grenzgängen der Fortpflanzungsmedizin.