Würfelzucker - Die süsse Versuchung ist 170 Jahre alt

Am 23.1.1843 schlug die Geburtsstunde des Würfelzuckers. Was damals zum ersten Mal präsentiert wurde, ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - obwohl Zucker mehr denn je als Volksdroge in der Kritik steht.

Braune und weisse Zuckerwürfel

Bildlegende: Am 23.1.1843 wurde der erste Würfelzucker präsentiert. Heute ist er aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. colourbox

Bei Zucker handelt es sich um ein Genussmittel, dessen Konsum das Verlangen danach erhöht, statt befriedigt. Zucker weist demnach vermutlich eine nicht zu unterschätzende Suchtkomponente auf. Da Zucker aufgrund der im Hirn stattfindenden Serotonin-Produktion beruhigend wirkt, gelten gestresste Personen als besonders gefährdet. Teilweise kann Zucker auch als Antidepressivum wirken.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, täglich nicht mehr als 40 Gramm Zucker zu sich zu nehmen. Auch sollte nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Energiemenge in Form von Zucker aufgenommen werden. In der Schweiz sind es 17 Prozent; also definitiv ein zu hoher Zuckerkonsum. Durchschnittlich essen die Schweizerinnen und Schweizer jährlich 44 Kilogramm puren Zucker.

Das geschieht nicht nur durch den «Haushaltszucker» und Süssigkeiten. Auch in Süssgetränken und Fruchtsäften steckt jede Menge Zucker. In einem Liter Süssgetränk zum Beispiel 35 Würfelzucker! Viel Zucker enthalten auch die löslichen Kaffeespezialitäten, Saucen wie Ketchup, Fruchtjoghurts, Fertiggerichte wie Pizza oder Frühstücksflocken.

Wer zu viel Zucker zu sich nimmt, erhöht das Risiko, an Diabetes oder Gicht zu erkranken. Wer wegen zu hohem Zuckerkonsum übergewichtig ist, erhöht das Risiko eines zu hohen Blutdruckes oder eines Herzinfarktes.

Zucker ersetzen

Als Zuckerersatz gibt es zum einen die künstlichen Süsstoffe wie Aspartam, Saccharin oder Cyclamat. Diese sind vollständig kalorienfrei und schonen auch die Zähne. Diese künstlichen Süssstoffe können aber ziemlich schnell abführend wirken.

Dann gibt es die Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit oder Mannit; bekannt vor allem in Kaugummis oder Bonbons. Diese sind nur kalorienreduziert und sorgen ab einer gewissen Menge für Magen-Darm-Probleme, Blähungen oder Durchfall.

Ein möglicher Zuckerersatz ist auch Stevia, ein kalorienfreies Süsskraut, welches man in Pulverform kaufen kann. Stevia hat aber einen ganz anderen Geschmack als Zucker und kann darum den Geschmack, z.B, eines Kuchens, stark beeinflussen.

Wer mit Fructose süsst, erhöht das Risiko von Übergewicht, da Fructose kein Sättigungsgefühl auslöst. Unbedenklich ist der natürliche Fruchtzucker (Fructose) in den Früchten. Dieser kann jedoch auch die Zähne angreifen. Der Fruchtzuckergehalt in Obst ist gering und liegt deutlich unter dem Wert von mit Fructose gesüssten Lebensmitteln. In den Apfel darf man also weiterhin herzhaft hineinbeissen.