Orthopäden fluchen am meisten

Wie oft fluchen Ärzte bei einer Operation? Um diese Frage zu beantworten, wurden 100 Eingriffe untersucht. Im Schnitt kam es nach gut 50 Minuten zu einem verbalen Ausbruch. Spitzenreiter sind die orthopädischen Chirurgen.

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Fluchen im Operationssaal

0:31 min, aus Puls vom 8.5.2017

Wie oft fluchen Ärzte? Dieser Frage ist das Jungärzte-Forum «Faculty of Medicine» nachgegangen. Dafür schlüsselten sie 100 geplante Operationen nach Fluchwörtern auf. Erstens, wie oft geflucht wird; zweitens, welche Fluchwörter dabei zum einsatz kommen. Das Ganze geschah anonym, die Erfassung begann jeweils nach dem Einsetzen der Anästhesie.

Die Schimpfwörter wurden in drei Klassen eingeteilt: Übersinnliches («Gott!», «Zum Teufel!», 1 Punkt), Körperausscheidungen (2 Punkte) und Four Letter Words («f***», 3 Punkte).

Ausfällig wird's relativ selten

Entgegen einem gängigen Vorurteil wurde doch recht selten geflucht. Im Schnitt kam es alle 51,4 Minuten zu einem verbalen Ausbruch. Dabei allerdings verteilten sich die Fluch-Punkte recht ungleichmässig:

  • Die Orthopädischen Chirurgen holten an einem durchschnittlichen 8-Stunden-Operationstag 16,5 Fluchpunkte. Und hier fiel alle 29 Minuten ein böses Wort.
  • Die Allgemeinchirurgen folgten mit 10,6 Punkten,
  • Die Gynäkologen mit 10 Punkten, sowie, regelrecht abgeschlagen,
  • Die Urologen mit 3,1 Punkten.

Damit nicht genug: Wer im Bereich HNO tätig war, blieb sogar unter der 3-Punkte-Marke, was bedeutet, dass den durchschnittlichen Operateuren hier pro Eingriff höchstens mal ein «Herrgott nochmal!» über die Lippen rutschte.

Wieso so unterschiedlich?

Die Autoren vermuten, dass die hohe Quote der Gynäkologen mit einem kleinen Sample in diesem Fachgebiet ein Ausreisser das Bild verfälscht haben könnte. Ansonsten sehen sie Korrelationen zwischen der Dauer von Operationen und dem Einsatz verbaler Deutlichkeiten. Je länger operiert wurde, desto stärker nahm das Fluchen zu. Die orthopädischen Eingriffe dauerten im Schnitt auch am Längsten.

Eine Vermutung, die sich angesichts dieser Rangierung allerdings auch aufdrängt: Je minimalinvasiver operiert wird, desto ruhiger geht es zu im OP.

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