Zum Inhalt springen

Psyche Aus dem Gemüse keine grosse Sache machen

Wie lassen sich Kinder fürs ungewohnte Essen begeistern? Der «Ratgeber» gibt gute Tipps.

Legende: Audio Gemüse? Wäääh! abspielen. Laufzeit 4:42 Minuten.
4:42 min, aus Ratgeber vom 05.11.2015.

Dass Kinder Gemüse lieben, ist eher die Ausnahme als die Regel. Meist bestehen dezidierte Abneigungen gegen ein bestimmtes Gemüse oder gleich gegen Grünzeug per se.

Was Eltern schier verzweifeln lässt, ist völlig normal, beruhigt der Kinder- und Jugenpsychologe Urs Kiener von Pro Juventute: «Kinder entwickeln sehr früh Abneigungen oder Vorlieben für gewisse Esswaren. Wenn es sich sperrt und ‹täubelet›, ist das nicht böse Absicht, sondern seine Möglichkeit, eine Enttäuschung zu äussern.»

Zwang bringt nichts

Als Eltern muss man sich dann überlegen, wie man auf Enttäuschung reagiert. Mit Trost und Verständnis, empfiehlt Kiener, und nicht etwa mit Zwang. «Wenn man das Kind dazu zwingt, das ungeliebte Gemüse zu essen, bekommt es dadurch einen unglaublichen Stellenwert, den es gar nicht verdient.»

Stattdessen solle man nach Möglichkeiten suchen, die dem Thema Gemüse essen weniger Gewicht geben. Zum Beispiel, indem man ein Spiel daraus macht: «Lassen Sie es etwa mit verbundenen Augen herausfinden, was vor ihm auf dem Teller liegt.» Und überhaupt: Geduld ist Trumpf. «Das Geschmacksempfinden eines Kindes verändert sich mit der Zeit», weiss Urs Kiener.

Pausieren und dann wieder probieren

Gewisse Geschmacksstoffe harmonieren mit gewissen Entwicklungsstadien des Gaumens bekannterweise überhaupt nicht. Deshalb lohnt es sich, mit kategorisch abgelehntem Gemüse nach einer Pause einen neuen Versuch zu starten – idealerweise anders zubereitet und gewürzt oder kreativ angerichtet. «Wird das Gemüse in einer lustigen Form serviert, lenkt das auch die Aufmerksamkeit vom Geschmack ab.»

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von V.Bachmann, Bern
    Denke es kommt auch drauf an wo und wie man aufwächst.Häufig zu beobachten ist, das Kinder aus ländlicheren Gegenden eher Gemüse essen.Liegt wohl daran,dass sie wissen wo's herkommt. Ich kenn's aus meiner eigenen Kindheit,das ich die Sorten,welche ich nicht mochte einfach stehen liess und halt das andere,was noch auf dem Tisch stand gegessen habe.Eine Extrawurst wurde ganz bestimmt nicht aufgetischt! Da ich's nur so kannte,gab's auch kein "mulä" bei Tisch und schon gar keine Disskusion.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Nogler, Brighton & Hove
    Vielleicht wäre es gelegentlich auch angesagt, den Kindern nicht ständig süsses zu "verfüttern" und dabei zu sagen "mm- das ist fein", sondern zu sagen: "Gemüse, mm - das ist fein und gesund; Süsses - Wäääh das ist ungesund und zerstört deinen Körper", dies geht natürlich nur, wenn man selber ein Vorbild ist und sich gut und ausgewogen ernährt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Judith Burkhardt, Sissach
      Naja, das hätte bei mir als Kind nie genutzt. Süsses war so viel besser und ich wusste das sehr genau, Vorbild hin oder her ;-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Robert Demuth, Wiesendangen
      Haha - Träum weiter...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen