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Psyche Glauben macht selig - und häufig gesund

Können Glaube oder Spiritualität den Körper heilen? Etliche Studien haben sich dieser Frage gewidmet und herausgefunden: Beten scheint die Atmung zu beruhigen, und Nonnen haben im Alter einen besseren Blutdruck. Vielen Menschen hilft der Glaube auch im Umgang mit einer schweren Krankheit.

«Puls» hat Menschen mit ganz unterschiedlichem Glaubenshintergrund und unterschiedlichen Geschichten gefragt, wo Sie den Zusammenhang zwischen Glaube und Gesundheit sehen.

Renè Racle glaubt an die Muttergottes

René Racle (53) aus Zürich ist cerebral gelähmt und seit 15 Jahren an den Rollstuhl gebunden. Bis vor sechs Jahren arbeitete er als Bankangestellter, heute ist er wegen seiner Krankheit Frührentner. Racle ist römisch-katholisch, glaubt an Gott, an die Muttergottes und vor allem auch an sich selbst, wie er betont. Er ist bereits sieben Mal nach Lourdes gepilgert, um sich bei der Muttergottes zu bedanken, denn er ist überzeugt: «Man darf nicht immer nur bitten und betteln, man muss auch mal danke sagen.» Assistenzhund Kenzo und seinen Rollstuhl lässt er vom Pfarrer segnen, damit sie stets von Gott beschützt sind. Sein Lebensmotto: «Gehe Deinen Weg und zieh es durch!»

René Blaser glaubt an Engel

René Blaser (37) aus Urdorf arbeitet Teilzeit am Bahnhof Dietikon als Reiseverkäufer und stellvertretender Geschäftsführer des Bahnhofes. Doch seine eigentliche Lebensaufgabe sieht er in seiner Arbeit als «Angel Life Coach». Zusammen mit seiner Frau führt er eine Praxis und will Menschen helfen, «ein gesundes, glückliches, leichtes und anmutiges Leben zu führen.» Dabei holt sich René Blaser Hilfe bei Engeln, Göttinnen und Lichtwesenheiten. Denn er ist überzeugt: «Das grösste und gleichzeitig das einfachste Geheimnis des Lebens ist: Alles ist eins. Jede Tat, die durch mich läuft, hat einen Effekt auf meinen Körper, meine Umgebung und auf das, wie ich diese Welt sehe. Wenn meine Gedanken, Worte und Taten in Liebe sind, erfahre ich Liebe und damit Gesundheit.»

Katharina Reimann glaubt an positive Energien

Katharina Reimann (32) aus Zürich arbeitet als Immobilienspezialistin. Sie ist Tochter einer Reiki-Meisterin und kennt die Arbeit mit Energien, den Glauben an diese und deren positive Wirkung schon aus ihrer Jugend. Seit sieben Jahren praktiziert sie Yoga und Meditation. Über einen Reiki-Meister stiess sie auf die Farbentherapie. Sie glaubt, dass Farben dabei helfen, Unterbewusstes ans Tageslicht zu fördern. Die eigentliche Heilung geschehe durch eine innere Kraft, die jedem Menschen innewohnt. Katharina Reimann ist überzeugt, dass Farben Signale geben und die Auswahl dieser oftmals auf sehr tiefliegende Ursachen und Gedankenmuster hinweist. «Die Arbeit mit Farbspektren ist eine sanfte und zielgerichtete Methode, anhand derer die Selbstheilungskräfte aktiviert werden können.»

Adrian Wirth glaubt an Yoga und Heilpflanzen

Nach dem Studium der Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich lebte Adrian Wirth (36) ein Jahr in Vancouver, Kanada. Dort wurde er 2002 ins Yoga und in die Vipassana Meditation eingeführt. Durch tiefgehende Erfahrungen während der Meditation und der Arbeit mit Medizinpflanzen nahmen Spiritualität und die Erforschung des eigenen Geistes einen immer wichtigeren Stellenwert in seinem Leben ein. Dies brachte ihn auch nach Indien, wo er während einem Jahr tibetische Mönche in Chemie und Biologie unterrichtete und auf dem Dach des buddhistischen Klosters Yoga übte. Als Yogalehrer mit wissenschaftlichem Hintergrund bringt er das alte yogische Wissen in seinen Yogakursen in einen modernen, verständlichen Kontext. Adrian hat einen Sohn und lebt in Zürich.

Gottfried Köhler glaubt an Jesus Christus

Gottfried Köhler (78) ist gelernter Maschinenzeichner und arbeitete als Ersatzteilspezialist bei einer Metallverarbeitungs-Firma. Sein ganzes Leben schon praktiziert Gottfried Köhler in evangelischen Freikirchen den christlichen Glauben. Nach einem Herzinfarkt hatte der Rentner 1999 eine Herz-Bypass-Operation. Während der Zeit der Operation und der Rehabilitation spürte er deutlich, dass Jesus Christus ihm bei der Krankheit beistand. Unmittelbar vor der Operation war er erstaunlich ruhig – diese Gelassenheit betrachtet er als Gottes Geschenk. Gottfried Köhler hat vier erwachsene Kinder und lebt in Reinach.

Theres S. glaubt an Lobpreis und Gebet

Theres S. ist Lehrerin und Mutter von 6 Kindern. Mit 25 kam sie zum christlichen Glauben. Sie engagierte sich in einem evangelischen Gemeinschaftswerk, heute in der Heilsarmee. Im letzten August wurde ihr die Diagnose Brustkrebs gestellt. Nach zwei Operationen ist sie nun noch ein Jahr in der Nachbehandlung mit Chemotherapie, Bestrahlung und Antikörpertherapie. Tägliches Gebet und Lobpreis helfen ihr bei der Bewältigung der Krankheit. Spürt sie die Gegenwart Gottes, fühlt sie sich geborgen und nicht mehr allein mit der Krankheit.

Manfred Mandali Meister glaubt an Krishna

Manfred Meister (49) ist Hare-Krishna-Priester in Zürich. Schon während seiner Berufslehre als Metzger kam er in Kontakt mit dem Krishna-Glauben. Nach seiner Lehre verbrachte er rund ein Jahr in Indien, danach lebte er 13 Jahre als Krishna-Mönch in Tempeln in Zürich und Indien. Nach seiner Heirat machte er sich als Kunsthändler selbständig. Mit 40 erhielt er die Diagnose MS und musste seinen Beruf aufgeben. Manfred Meister ist überzeugt, dass ihm sein Glaube dabei geholfen hat, trotz der schweren Diagnose nie in eine Depression gefallen zu sein und eine positive Lebenseinstellung zu bewahren. Zwar kann er durch die Krankheit keinen Sport mehr betreiben, aber er schätzt die freie Zeit, die er erhalten hat. So kann er heute umso flexibler als Priester im Krishna-Tempel tätig sein.

Sasikumar Tharmalingam Shivaruschi glaubt an Rituale

Sasikumar Tharmalingam (37) ist Shivaistischer Priester im Berner Shiva-Tempel. Er stammt ursprünglich aus Sri Lanka. Nach seiner Ausbildung zum Priester in Indien kam er 1989 in die Schweiz. Am Tempel führt er Beratungen für Eltern und Kinder durch. Er leitet Rituale wie Taufen und Hochzeiten, sein Fachgebiet aber sind Trauerrituale – für diese reist er auch mal bis nach Skandinavien. Sasikumar Tharmalingam hat schon mehrfach erlebt, dass durch Rituale Menschen rasch wieder gesund wurden. Er rät aber trotzdem jedem, nicht nur auf Rituale zu vertrauen, sondern auch zum Arzt zu gehen. Der Priester arbeitet auch als Mediator und ist hinduistischer Vertreter am Haus der Religionen in Bern. Er wohnt in Zollikofen und hat zwei Kinder.

Pater Ursmar Wunderlin glaubt an Gottes Beistand

Pater Ursmar Wunderlin (70) ist Mitglied des Kapuziner-Ordens und arbeitet seit 43 Jahren als Seelsorger am Kantonsspital Winterthur. Die Arbeit war sein erste Stelle und wird – nach seinen Aussagen – auch seine letzte sein. Bei seiner Arbeit erlebt er immer wieder, dass die Glaubenshaltung und die Heilungschancen einen inneren Zusammenhang haben. Er selber musste sich drei Mal einer Krebsoperation unterziehen und hat dabei die Kraft des Glaubens erfahren. Dieser bewirke Gelassenheit und vergrössere die Heilungschancen. Pater Ursmar Wunderlin wohnt in Winterthur.

Remo Rittiner glaubt an das Selbstvertrauen

Remo Rittiner (47) leitet seit 2004 die erste Yogatherapeutinnen-Ausbildung der Schweiz. Er erhielt 1996 nach intensivem Yogastudium und Yogapraxis in Indien das Diplom zum Ayuryoga-Lehrer und Therapeuten. Er ist Autor von mehreren Büchern und DVDs zum Thema Yoga-Therapie. Die spirituelle Yogapraxis mit Meditation als Weg zur Gesundheit und Klarheit ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit. Remo Rittiner ist überzeugt, dass durch ein gesundes Urvertrauen und den Glauben an sich selber auch die Gesundheit profitiert. Remo Rittiner ist Gründer des Ayur Yoga Centers in Zürich und wohnt in Wetzikon

1 Kommentar

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  • Kommentar von gianni python, wabern
    ich bin auch krank und leide an einer herzpumpschwäche mir allen seinen begleiterscheinungen. nierenisuffizienz,atemnot,gicht beschwerden,erschöpfung und vieles mehr. ich glaube an mich bin schon immer ein steh auf männchen gewesen. brauche keine glaubensrichtung die mir hilft gestärkt zu sein.wenn es mir schlecht geht versuche ich es zu akzeptieren wenn es besser geht auch.
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