Zum Inhalt springen

Psyche Gut gestritten ist halb versöhnt

Beleidigungen, Machtkämpfe und Liebesentzug: Wenn in einer Beziehung mit diesen Waffen gekämpft wird, geht oft mehr als bloss Geschirr zu Bruch. Streiten will gelernt sein.

Legende: Audio «Richtig streiten mit dem Partner» abspielen. Laufzeit 8:27 Minuten.
8:27 min, aus Ratgeber vom 09.10.2013.

Je länger ein Paar zusammen ist, desto mehr weiss man voneinander. Man weiss, wo die Schwachstellen liegen, was den anderen besonders schmerzt und welche Beleidigungen am schlimmsten treffen. Das mag kurzfristig befriedigend sein, bedeutet für die Beziehung aber über kurz oder lang das Aus: Man geht mit einem lauten Knall auseinander oder hat sich einfach nichts mehr zu sagen.

Das Zauberwort heisst «konstruktiv streiten», also miteinander statt gegeneinander und mit einem Kompromiss am Ende statt eines klaren Siegers. Das hilft dabei:

  • Mit Ich-Botschaften argumentieren. Keine «Du ...!»-Sätze.
  • Das Gegenüber nicht mit einem erschlagenden «Schuldkonto» all seiner Verfehlungen konfrontieren.
  • Dem Streit nicht davonlaufen.
  • Pausen einlegen, Abstand gewinnen.
  • Keine körperlichen Übergriffe.

Idealerweise gehen alle Beteiligten mit einem guten Gefühl aus eine Streit heraus. Wie aber ist das möglich, wenn die negativen Emotionen überborden? Was, wenn sich der Partner dem Streit entzieht? Und in welchen Situationen braucht es einen Streitschlichter? Tipps vom SRF-«Ratgeber»-Psychologen Daniel Regli.

2 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Ich-Botschaften können beim anderen "egoistisch" und rücksichtslos ankommen. Des weiteren sind bei der Kompromisskultur die Schweden viel weiter: Diese setzt Ehrlichkeit voraus. Zum Beispiel; sie will nach Zürich, er nach Bern und der Kompromiss wäre dann Olten. Nur er gibt dann vor, dass er nach Genf möchte und schon erreicht er das was er wollte mit dem Kompromiss Bern. Ein Klassiker unter den Intrigen in der Arbeitswelt. Was halten heute somanche Psychologen von Ehrlichkeit und Lügen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von B. Hauser, Boswil
    Wann endlich kapieren Psychologen, dass selbst wenn Ich-Botschaften ausgesprochen werden, das es vom Gegenüber trotzdem sehr oft als Du-Botschaft interpretiert wird! Abgesehen davon, wäre es sicher nicht falsch, die Vorwürfe einmal offen auszusprechen, als pseudo-pädagogisch zu verpacken und um den heissen Brei reden. Lieber direkte Botschaften, als unterschwellige. Dem Streit nicht davon laufen kann genau so gut eine Pause sein, um Abstand zu gewinnen. Konstruktiv streiten soll aufrichtig sein!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen