«Liebes Tagebuch...»

Jeder sollte ein Tagebuch führen, nichts ist spannender zu lesen! Dies sagte Oscar Wilde einst. In der Tat: Tagebücher sind Gedächtnisstützen, holen Gefühle, Gerüche, Emotionen von einst zurück.

Frau mit gepflegten Händen schreibt in ein Tagebuch.

Bildlegende: Der tägliche Griff zum Stift hilft, das Erlebte zu verarbeiten. Colourbox

Zwei von drei Frauen zwischen 15 und 24 Jahren schreiben Tagebücher. Bei den Männern sind es weniger: Nur jeder fünfte Mann hält seine Gefühle, sein Tun und Lassen im Tagebuch fest.

Psychologen sagen, Tagebuchschreiben sei eine Eigentherapie: Der Schreiber setzt sich mit sich auseinander, hinterfragt sich. Andere Experten behaupten, dass Tagebuchschreiben nicht gut für die Seele sei. So hat ein Forscherteam von der Uni Glasgow herausgefunden, dass das Aufschreiben von traumatischen Erlebnissen Kopfschmerzen produziert, Schlafstörungen und andere psychosomatische Probleme. «Diaristen» würden länger in ihren Missgeschicken wühlen als andere.

«Treffpunkt» geht der Frage nach, warum manche Tagebücher schreiben, was das bringt, und wie man ein Tagebuchschreiber wird. Ausserdem werden wichtige Tagebücher in der Literatur vorgestellt und wird gesagt, warum manche Tagebücher erst nach dem Tod ihres Autors herausgegeben werden – oft in gekürzter Version.

Zu Gast in der Sendung ist Prof. Dr. phil. Koni Rohner. Er ist Fachpsychologe für Psychotherapie und Dozent für Psychologie an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Er selbst hat eine Doktorarbeit zum Thema geschrieben.