Pfui, Spinne!

Schon beim Anblick einer Spinne geraten Phobiker in Panik. Ihre Angst ist therapierbar – aber nicht zu jeder Tageszeit gleich gut, zeigt eine Studie.

Eine Spinne sitzt im Netz.

Bildlegende: Spinnenangst ist weit verbreitet. Colourbox

Fast jede dritte Frau und jeder fünfte Mann empfindet beim Anblick von Spinnen Angst oder Ekel. Für einen Teil von ihnen wird das zum Handicap. Doch dem kann man sich durch eine entsprechende Therapie entziehen. Massgeblich dabei ist aber, wann die Sitzungen stattfinden, zeigt eine Studie der Universität des Saarlandes. Denn Ängste bekommt man mit einer Therapie in den Morgenstunden besser in den Griff. Die Ursache dafür liegt wohl im morgendlich höheren Cortisol-Spiegel der Menschen. «Cortisol verstärkt Lern- und Gedächtnisprozesse – und Psychotherapie ist nichts anderes als ein Lernprozess», erläutert Johanna Lass-Hennemann, eine der beteiligten Forscherinnen.

60 Menschen mit Angst vor Spinnen nahmen an der Studie teil. Bei ihrer Auswahl achtete das Forscherteam darauf, dass sie weder extreme «Morgentypen» noch «Abendtypen» waren. Alle Patienten wurden in einer jeweils dreistündigen Therapiesitzung gegen Spinnenphobie behandelt: davon 30 Patienten zwischen 8 und 11 Uhr, die anderen 30 von 18 bis 21 Uhr. Alle Probanden gaben Speichelproben zur Ermittlung ihres Cortisol-Spiegels ab. Wie stark sich die Spinnenphobie aufgrund der Behandlung gebessert hatte, überprüften die Psychologinnen bei allen Patienten nach einer Woche sowie erneut nach drei Monaten. Als Messlatte nutzten sie neben einem Fragebogen zur Spinnenangst vor allem einen Verhaltenstest. Die Teilnehmer sollten einen Raum betreten, in dem ein Terrarium mit einer grossen Kellerspinne war. «Vor der Therapie können einige Patienten den Raum gar nicht betreten, nach der Therapie sind aber viele so weit, dass sie das Terrarium öffnen und die Spinne auf die Hand nehmen können», sagt Lass-Hennemann. Es zeigte sich, dass der Behandlungseffekt bei den Patienten mit Morgentherapie sowohl nach einer Woche als auch drei Monate später deutlich höher war.

Die Studie ist im Fachmagazin «Behaviour Research and Therapy» erschienen.

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