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Psyche Warnung oder Werbung?

Warnungen über Risiken und Nebenwirkungen sollen abschrecken. Tun sie auch. Zumindest im ersten Moment. Forscher aus Israel haben nun herausgefunden, dass solche Warnungen langfristig jedoch kontraproduktiv sein könnten.

Legende: Audio Abschreckbilder bringen nichts – SRF 1 aktuell, 03.10.2013 abspielen.
3:27 min

Die Forscher der Universität Tel Aviv haben Probanden zwei Versionen einer Zigarettenwerbung präsentiert. Eine pries lediglich eine Marke an, bei der anderen wurde auf die möglichen Folgen des Zigarettenkonsums aufmerksam gemacht. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Zigaretten einzukaufen. Erwartungsgemäss kauften die Teilnehmer, welche auf die schädlichen Nebenwirkungen aufmerksam gemacht wurden, weniger Zigaretten als die Vergleichsprobanden.

Einige Wochen später wendete sich jedoch das Blatt: Nun griffen die Teilnehmer vermehrt zu, welche mit den Nebenwirkungs-Hinweisen konfrontiert worden waren. Die Forscher wiederholten den Versuch mit einem künstlichen Süssstoff mit unerwünschten Nebenwirkungen. Das Resultat war dasselbe.

Warum ist das so? Die Forscher vermuten, dass der Effekt der Abschreckung mit der Zeit verschwimmt. Mehr noch: Das Ansehen der Marke würde vermutlich mit der Zeit ansteigen, weil man davon ausgeht, dass die Angabe der Nebenwirkungen ein Zeichen von Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit ist.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Jan Troxler, Bern
    Diese Warnung ist Pflicht bei jeder Werbung zu einem Medikament.
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  • Kommentar von Monica Ruoff, Bern
    In Anbetracht dessen, dass Ärzte und Apothekenangestellte den Patienten vom Lesen der Nebenwirkungen in den Packungsbeilagen noch immer abraten, weil der Nocebo-Effekt eintreten könnte, drängt sich die Frage auf, ob die Leute vom Rauchen oder von den Warnhinweisen krank werden, zumal die Antiraucher-Kampagnen bekanntlich von der Pharmaindustrie gesponsert werden, die Gestressten lieber ihre eigenen Produkte verkauft und die positiven Effekte von Nikotin bei Parkinson und Alzheimer unterschlägt.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Glaubt denn ein einziger normaler Mensch, dass ein passionierter Raucher mit seinem 'Laster' aufhören würde, nur weil gräusliche Bilder auf der Verpackung seien? Oder würde ein passionierter Biertrinker wohl damit aufhören, wenn auf der Flasche eine Schrumpfleber mit Totenkopf abgebildet wäre? Es sind alles nur Versuche von Fanatikern, anderen ihre ebenfalls krankhafte Ideologie 'aufzudrücken', damit auch ihren eigenen Vordenker-Job zu sichern. Wer sich umbringen will, soll das Recht dazu haben.
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