Warnung oder Werbung?

Warnungen über Risiken und Nebenwirkungen sollen abschrecken. Tun sie auch. Zumindest im ersten Moment. Forscher aus Israel haben nun herausgefunden, dass solche Warnungen langfristig jedoch kontraproduktiv sein könnten.

Die Forscher der Universität Tel Aviv haben Probanden zwei Versionen einer Zigarettenwerbung präsentiert. Eine pries lediglich eine Marke an, bei der anderen wurde auf die möglichen Folgen des Zigarettenkonsums aufmerksam gemacht. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Zigaretten einzukaufen. Erwartungsgemäss kauften die Teilnehmer, welche auf die schädlichen Nebenwirkungen aufmerksam gemacht wurden, weniger Zigaretten als die Vergleichsprobanden.

Einige Wochen später wendete sich jedoch das Blatt: Nun griffen die Teilnehmer vermehrt zu, welche mit den Nebenwirkungs-Hinweisen konfrontiert worden waren. Die Forscher wiederholten den Versuch mit einem künstlichen Süssstoff mit unerwünschten Nebenwirkungen. Das Resultat war dasselbe.

Warum ist das so? Die Forscher vermuten, dass der Effekt der Abschreckung mit der Zeit verschwimmt. Mehr noch: Das Ansehen der Marke würde vermutlich mit der Zeit ansteigen, weil man davon ausgeht, dass die Angabe der Nebenwirkungen ein Zeichen von Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit ist.