Wenn käuflicher Sex die Beziehung belastet

Jeder fünfte Schweizer war schon einmal in einem Bordell. Viele Männer betrachten käuflichen Sex als «Belohnung», etwa nach einem langen Arbeitstag. Ein grosser Teil von ihnen lebt in einer festen Beziehung – die auf eine harte Probe gestellt wird, wenn die Gewohnheit einmal auffliegt.

40 Prozent aller Männer gehen fremd – und eine Million monatlich kauft sich Sex. Immer wieder, auf der Strasse, im Bordell, übers Internet. Fliegt die Gewohnheit auf, wird dies für die Beziehung oft zur grossen Bewährungsprobe. Denn die meisten Frauen wissen nicht, dass sie betrogen werden. Bringen Zufall, gezielte Suche oder eine reuige Beichte die Unehrlichkeit an den Tag, stehen besagte Frauen vor dem Scherbenhaufen ihrer Beziehung, versinken im inneren Chaos von Schmerz, Wut, Hass und der Frage nach dem «Warum».

Ist eine Beziehung, wo der Mann auch käuflichen Sex konsumiert, grundsätzlich schlecht? Soll er es seiner Partnerin «beichten» oder soll er es für sich behalten? Kann/soll sie es ihm verbieten? Unter welchen Umständen kann eine Beziehung so etwas auch tolerieren? Wie kommt das Vertrauen in die Beziehung zurück, wenn es «auffliegt»? SRF-Ratgeber-Psychologe Henri Guttmann beantwortet diese und weitere Fragen und gibt Tipps für den Umgang mit einer unangenehmen Ahnung oder Wahrheit.