Wie viel Grübeln ist gesund?

Manchmal drehen sich unsere Gedanken im Kreis, wir durchleben Kränkungen und Enttäuschungen wieder und wieder. So kann gut gemeinte Reflexion leicht in einem gedanklichen Teufelskreis enden.

Sozialpsychologen sagen denn auch, mehr Distanz zu uns selbst würde uns oft helfen. Grübeln verhindert nämlich, dass wir Dinge, die passiert sind, verarbeiten und loslassen.

Ständiges Grübeln führt zu einer immer negativeren Sicht auf die eigene Person, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Es beeinträchtigt die Fähigkeit, angemessene Lösungen für Probleme zu finden, und es untergräbt das Selbstvertrauen und die Motivation bei der Umsetzung möglicher Lösungen. Entsprechend führt langanhaltendes Grübeln dazu, dass negative Stimmung zunimmt und länger anhält.

Starkes Grübeln kann deshalb auch ein Zeichen einer depressiven Verstimmung sein. Vor allem wenn damit Schlafschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen sowie Antriebslosigkeit und starke Stimmungsschwankungen einhergehen.

Frauen grübeln mehr

Ein typischer Auslöser für eine Grübelattacke ist laut Psychotherapeuten Unsicherheit: Ein Problem belastet Sie, aber Sie wissen nicht, wie Sie damit umgehen sollen. Die Folge: Sie tragen das Problem ständig gedanklich mit sich herum, ohne zu einem Abschluss zu kommen.

Frauen grübeln deutlich öfter als Männer. Sie gehen mit einem Thema emotionaler um und beleuchten es von vielen Seiten. Männer würden sich hingegen einfach weniger Gedanken machen und ein Thema pragmatischer angehen.

Der «Ratgeber Psychologie» auf Radio SRF 1 hat sich mit dem Thema «Grübeln» auseinandergesetzt. Warum grübeln wir? Ab wann wird Grübeln zum Problem? Was kann man dagegen tun? Moderator Dani Fohrler suchte im Gespräch mit Seelsorger Frank Lorenz Antworten auf diese und weitere Fragen – nachzuhören im Audio auf dieser Seite.