«Puls in Lourdes» (1/3) - Der «grüne Zug» in Richtung Hoffnung

Jahr für Jahr pilgern Millionen Gläubige zum Marien-Wallfahrtsort Lourdes. Zu den Pilgern aus der Schweiz zählen auch Schwerkranke, denen die beschwerliche Reise nicht nur die Hoffnung auf ein medizinisches Wunder bietet, sondern auch eine seltene Gelegenheit, überhaupt zu verreisen.

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Der «grüne Zug» in Richtung Hoffnung

8:46 min, aus Puls vom 7.5.2012

Was 1884 mit einer ersten Wallfahrt und 12 Pilgern im bescheidenen Rahmen begann, liegt seit 1946 in den Händen des Vereins «Interdiözesane Lourdeswallfahrt deutsche und rätoromanische Schweiz» und hat sich längst zu einer logistisch anspruchsvollen Tradition entwickelt: Vom vereinseigenen Pilgerbüro organisiert, reisen jährlich über 3000 Pilger aus der Schweiz nach Lourdes - zu Lande und in der Luft.

Ende April/Anfang Mai sind es 1806 Pilger, die den langen Weg im Zug, im Car, per Charterflug oder im eigenen Fahrzeug auf sich nehmen. Im «grünen Zug» mit dabei: 39 besonders pflegebedürftige Pilger, denen die Reise nach Lourdes nur im entsprechend ausgestatteten Zug möglich ist. Nicht nur die Hoffnung auf ein medizinisches Wunder führt sie in die Pyrenäen: Für viele unter ihnen ist es auch eine seltene Gelegenheit, überhaupt zu verreisen.

Manchmal ist es aber auch die letzte Reise. In der Vergangenheit gab es schon schwerkranke Pilger, die nicht lebend aus Lourdes zurückkehrten - oder solche, die die Reise bewusst als letzte Station ihres Lebens wählten.

Die Reisenden im Extrazug sind bis zu 15 Stunden unterwegs, je nachdem, wo sie sich hinzugesellen. Zwischen der Abfahrt in Rorschach um 13:48 Uhr und der Ankunft in Lourdes um 06:45 Uhr steigen an sieben Orten Pilger zu, und manchmal ist die Haltezeit im Bahnhof reichlich knapp bemessen. Wenn in Bern nur gerade sieben Minuten zur Verfügung stehen, um 23 Passagiere - darunter Rollstuhlfahrer - an Bord zu nehmen, wird besser nichts dem Zufall überlassen. Ebenso wenig wie bei der Betreuung der pflegebedürftigen Pilger in Lourdes: Das Zubehör für den Spitalbetrieb vor Ort fährt im «grünen Zug» gleich mit.

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