«Puls» vom 26.6.2017

Wenn man Stimmen hört, öffnet sich oft die Tür zu einer fremden Welt. «Puls» zeigt, wie häufig das Phänomen ist, wie es sich damit lebt und wie die Medizin heute damit umgeht.

Ein Mensch von zehn hat schon einmal Stimmen im eigenen Kopf gehört. Diese auditiven Halluzinationen sind ein seit Jahrhunderten bekanntes Phänomen.

Früher galten sie als göttliches Zeichen, heute eher als Symptom einer schweren psychischen Störung. «Es gibt eine ganze Reihe von Situationen, in denen es normal ist, Stimmen zu hören: zwischen Traum und Erwachen, beim Einschlafen zum Beispiel», sagt Pflegefachmann Jérôme Favrod. «In manchen Lebensphasen kommt es häufiger vor. Am Ende des Lebens ist es ein alltägliches Phänomen.»

Betroffene wagen aber kaum, darüber zu sprechen. Zu gross ist die Angst, als verrückt zu gelten. «Manchmal hatte ich sogar Angst vor dem Schlafen. Ich getraute mich nicht, davon zu erzählen, ich habe alles für mich behalten», sagt Maggy, die seit Jahren Stimmen hört. Immerhin gelingt es vielen Betroffenen, mit den Stimmen im Kopf ein normales Leben zu führen.

Berühmte Stimmenhörer