Swissmedic warnt vor Medikamenten aus dem Internet

Mehr als 1000 Medikamenten-Sendungen aus dem Ausland hat der Zoll vergangenes Jahr beschlagnahmt, sie stammen aus Internet-Bestellungen. Laut der Zulassungs- und Aufsichtsbehörde Swissmedic sind darunter auch Medikamente, welche schwere Nebenwirkungen verursachen können.

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Online-Medikamente – was ist erlaubt?

4:16 min, aus Puls vom 6.3.2017

Die grösste Gruppe illegal importierter Medikamente waren 2016 Potenzmittel. Beunruhigender findet Ruth Mosimann, zuständig für illegale Arzneimittel bei Swissmedic, hingegen, dass auch zahlreiche Sendungen mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln konfisziert wurden. «Diese gelten als Betäubungsmittel und machen abhängig. Sie sollten keinesfalls unkontrolliert eingenommen werden.»

Gefährliche Mittel gegen Akne

Das gleiche gilt für Medikamente, die den Wirkstoff Isotretinoin enthalten, auch rund ein Dutzend solche Sendungen blieben bei Stichproben im Post-Verteilzentrum hängen. Isotretinoin kann schwere Nebenwirkungen wie Depressionen verursachen und bei Einnahme in der Schwangerschaft zu Missbildungen beim Ungeborenen führen.

Legale Medikamente aus dem Internet

Medikamente übers Internet kaufen und sich per Post zustellen lassen ist erlaubt, sofern die Bestellung den eigenen Monatsbedarf nicht übersteigt. Eine Ausnahme macht Swissmedic bei den in der Schweiz sehr teuren Hepatitis-C-Medikamenten. Hier darf ein Vorrat für eine dreimonatige Therapie eingeführt werden. Diese Medikamente sind im Ausland für einen Bruchteil des Preises zu haben.

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