Akute Verwirrtheit: Angehörige erkennen die Veränderungen früher

Medizin

Ein Delir oder eine akute Verwirrtheit ist nicht nur sehr unangenehm, sondern auch gefährlich. Nicht entdeckt und zu spät behandelt, kann es zu bleibenden Schäden im Hirn führen und eine Demenz begünstigen. Angehörige sind wichtig, um Delire zu erkennen und zu behandeln.

Ein Patient im Spital mit zwei Angehörigen.
Bildlegende: Angehörige können dem Patienten im Delir eine vertraute Umgebung verschaffen. Auch einfache Hilfen, wie das Aufsetzen der Brille, können der akuten Verwirrtheit entgegenwirken. colourbox.com

«Menschen im Delir haben Probleme mit der Aufmerksamkeit, sie haben Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, sie ermüden schneller», erklärt Wolfgang Hasemann, Leiter des Basler-Demenz-Delir-Programms am Universitätsspital Basel. Ausgelöst werden Delire durch körperlichen und psychischen Stress wie ein Spitaleintritt, eine Operation mit Narkose, ein Infekt oder ein Alkoholentzug.

Da die Angehörigen einen Patienten am besten kennen und eine Veränderung am ehesten entdecken, ist ihre Unterstützung im Spital enorm wichtig. Folgendes können Sie tun:

  • Wie erkennen? Ein Delir kann in allen Schattierungen von Verwirrtheit auftreten. Häufig bemerken Angehörige, dass Sie den Patienten «so nicht kennen». Patienten im Delir haben Mühe, einem Gespräch zu folgen, sind unruhig oder gereizt, äussern den Wunsch, nach Hause zu gehen, sind desorientiert oder lethargisch, auch ohne Schmerz- oder Schlafmittel.
  • Was tun? Wenn Ihnen bei einem Angehörigen eine Veränderung auffällt, melden Sie dies umgehend der Pflege. Ein Delir kann auch Tage nach dem eigentlichen Stressmoment auftreten oder wegen Medikamenten, die der Patient schon längere Zeit einnimmt. Die Pflege geht dann der Ursache des Delirs auf den Grund.
  • Wie helfen? Reduzieren Sie den Stress für den Patienten, verkleinern Sie die Reizflut, schaffen Sie eine gewohnte Umgebung.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Brigitte Wenger