Alter Brauch – Neue Saat: Misteln anpflanzen

Garten

Sich unter einem Mistelzweig küssen: Ein alter Brauch aus England. Aber mehr und mehr hält die Mistel und ihr Brauch Einzug in der Schweiz. Der Ratgeber erläutert, wie die Pflanze am besten zu Hause gezogen wird und was der Reiz der Mistel ist.

Junge Misteln an einem Apfelbaum.
Bildlegende: Junge Misteln an einem Apfelbaum. SRF

Ein alter Brauch aus England sich unter einem aufgehängten Mistelzweig zu küssen und auf erhöhte Fruchtbarkeit zu hoffen findet sich in abgeschwächter Form mehr und mehr auch in der Schweiz. Misteln werden gerne als Weihnachtsdekoration an Haustüren verwendet. Misteln haben grüne Zweige und ihre lederartigen Blätter erscheinen immer zu zweit. Die weissen, kugelrunden Beeren sind sehr attraktiv – und vollreif. Die beste Bedingung um Misteln im eigenen Garten anzusiedeln. Die am häufigsten vorkommende Mistel ist die Laubholzmistel und sie gedeiht besonders gut auf Pappeln und Obstbäumen.

Ob zu Dekorationszwecken oder um neue Misteln zu ziehen:

  • Es braucht möglichst frische Mistelzeige mit knackig grünen Zweigen und aufrechten, sich satt anfühlenden Blättern.

Misteln anpflanzen:

  • An einem trockenen Dezembertag nimmt man rund 20 Beeren, zerdrückt sie einzeln zwischen den Fingern und tupft den klebrigen Finger ein wenig in organischen Blumendünger hinein.
  • Dann klebt man die Samen an verschiedene Zweige von Felsenbirne, Weide, Birke, Hasel, Apfelbaum, Weissdorn, Ahorn, Linden oder Hagebuche.
  • Die Beeren bestehen aus zähflüssigem Schleim und einem Samen. Am besten wickelt man den Schleim um den Samen und die Rinde.
  • Nun heisst es warten: Erst im März entwickelt sich aus dem Samen zwei kleine Haftfüsschen, welche in die Rinde eindringen – schliesslich ist die Mistel ein Halbschmarotzer!
  • Jetzt wächst er ein ganzes Jahr lang nur im Inneren des Zweiges und bildet erst im Folgejahr sein erstes Blattpaar aus. Eine spannende Entwicklung im langsamen Takt!