Apps vermessen den Schlaf mehr schlecht als recht

Etwa jede und jeder Vierte von uns gibt an, unter Schlafstörungen zu leiden. Doch um Schlafprobleme zu beheben, muss man zuerst wissen, was man behandeln soll. Smartphone-Apps versprechen, den Schlaf vermessen zu können. Doch Fachleute sind skeptisch.

Frau greift im Bett zum Smartphone.
Bildlegende: Das Smartphone lässt uns keine Ruhe. colourbox.com

Verschiedene Smartphone-Apps messen die Bewegungen im Schlaf, errechnen daraus die Schlafphasen und entsprechend die Schlafqualität.

Die Fernsehsendung «Puls» macht den Vergleich im Schlaflabor und kommt zum Schluss: Die Messungen verschiedener Schlaf-Apps unterschieden sich erheblich und bilden den Schlaf nur ungenügend ab.

Handy verursacht Stress

«Die Nutzung von Schlaf-Apps kann den Schlaf sogar verschlechtern», beobachtet Schlafmediziner Jens Acker von der Klinik für Schlafmedizin in Bad Zurzach.

«Betroffene beschäftigen sich zu stark mit ihrem Schlaf, sind durch die Anwesenheit des Handys gestresst oder können die Qualität des Schlafes subjektiv nicht mehr einschätzen.»

Er rät darum:

  • Apps, die die Schlafqualität messen, sind häufig ungenau oder falsch und beeinflussen ihrerseits die Qualität unseres Schlafes – meist negativ.
  • Apps, die unsere Schlafgeräusche aufnehmen, können uns bewusstmachen, was wir in der Nacht tatsächlich tun. Doch auch diese können uns zusätzlich stressen und damit den Schlaf rauben.
  • Schlaftagebuch-Apps haben gegenüber ihrem Pendant auf Papier den Vorteil, dass man sich erinnern lassen kann. Die Zuverlässigkeit im Tagebuchführen kann somit erhöht sein.
  • Ein Smartphone im Schlafzimmer zu haben, ist grundsätzlich eher schlecht für die Schlafqualität. Allerdings ist die emotionale Störung schlimmer als die Strahlung. Man greift automatisch zum Handy, lässt sich ablenken. Letzte Mails oder Nachrichten am Abend lassen uns nicht einschlafen.

Redaktion: Brigitte Wenger