Autoschlüssel abgeben: Wie muntere ich ältere Menschen dazu auf?

Mit dem Alter lässt die Reaktionszeit nach. Gleichzeitig nimmt die Abhängigkeit vom Auto zu. Für Angehörige ist es nicht einfach, ältere Menschen dazu zu bewegen, mit dem Autofahren aufzuhören. Der Psychiater Viktor Meyer empfiehlt, sich früh genug ans delikate Thema heranzutasten.

Eine ältere Person sitzt im Auto und hält den Autoschlüssel in der Hand.
Bildlegende: Viktor Meyer: «Sieht man sich nur einmal pro Jahr zu Weihnachten, ist das nicht die Basis für ein solches Gespräch.» Keystone

Wie munteren Angehörige ältere Menschen dazu auf, den Autoschlüssel abzugeben? «Das Wichtigste ist, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen», sagt Psychiater Viktor Meyer. Regelmässiger Kontakt macht es einfacher, sich ans heikle Thema heranzutasten.

Die Basis schafft man sich am besten ein paar Monate im Voraus. «Denn das Abgeben des Autoschlüssels ist ein existentielles Thema, das gut vorbereitet sein will», so Meyer.

Tipps

  • Fragen Sie Ihre Angehörigen unverbindlich und unverfänglich, wie es mit dem Autofahren so geht.
  • Erkundigen Sie sich eher beiläufig, wie die Fahrtauglichkeits-Untersuchung beim Hausarzt lief (Was machen die Blutwerte? Was ergab die Fahrtauglichkeitsuntersuchung? Hast du immer noch die gleichen Medikamente?).
  • Falls eine Beule eingefahren wird, erkundigen Sie sich genau, was vorgefallen ist. Erzählen Sie von Ihren Sorgen, wenn jemand Älteres weiterhin Auto fährt.
  • Ermuntern Sie Ihre Angehörigen, den Fahrausweis selber abzugeben, bevor es jemand anderes befiehlt.
  • Allenfalls könnte sukzessive eine Reduktion des Fahrens vereinbart werden (nicht mehr nachts fahren, keine weiten Strecken mehr, nur noch im Dorf, nur noch die Einkaufsstrecke).
  • Sprechen Sie den ökonomischen Aspekt an: Vielleicht ist ein Taxi günstiger, wenn man einmal pro Woche zum Einkaufen mobil sein will. So kann man sich das Auto, Benzin, Versicherung, Steuern und Parkgebühren sparen. Und einen Parkplatz muss man auch nicht mehr suchen.
  • Bieten Sie an, jemanden einmal pro Woche zum Einkaufen zu fahren.
  • Grosskinder, Grossnichten und -neffen, die neu Autofahren können, fahren fürs Leben gerne (auch kurze Einkaufsstrecken).

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Regula Zehnder