Benzodiazepine richtig nehmen

Zahlen aus Deutschland zeigen, dass ein Drittel aller Oberschenkelfrakturen bei älteren Menschen auf die Einnahme von Benzodiazepinen zurückgeht. Benzodiazepine sind als Schlaf- und Beruhigungsmittel bekannt. So konsumieren Sie das Medikament richtig.

Leere Blisterpackung mit einer Tablette.
Bildlegende: Suchtgefahr: Wer Beruhigungsmittel nimmt, sollte sie nicht über mehrere Wochen nehmen. Colourbox

Dank ihrer schnellen Wirkung werden Benzodiazepine gerne genommen. Eigentlich sollten sie nur kurz eingenommen werden. Denn ihre Nebenwirkungen sind gefürchtet und Suchtpotential haben sie auch. So konsumieren Sie die Medikamente richtig:

  • Benzodiazepine nicht über mehre Wochen hinweg einnehmen.
  • Alternativen prüfen: Baldrian und Hopfen entspannen auf natürliche Art.
  • Antidepressiva machen nicht abhängig, beruhigen aber gleich gut wie Benzodiazepine.
  • Angehörige, die Benzodiazepine über längere Zeit einnehmen, auf Suchtpotential ansprechen.
  • Beim Hausarzt nach Alternativen fragen. Allenfalls lohnt sich eine Konsultation bei einem Psychiater, der ein anderes Medikament verschreiben kann, das auch hilft, aber nicht abhängig macht.

Jeder Fünfte Ü75 nimmt die Beruhigungsmittel

Zahlen aus Deutschland zeigen, dass ein Drittel aller Oberschenkelfrakturen bei älteren Menschen auf die Einnahme von Benzodiazepinen zurückgeht.

Obwohl sie schnell abhängig machen und ihre Nebenwirkungen gefürchtet sind, werden sie häufig verschrieben. Sie gehören gar zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten (Temesta, Dormicum oder Xanax).

Bei den über 75-Jährigen nehmen über 20 Prozent regelmässig diese Beruhigungsmittel. Gerade bei diesen Patienten fördern Benzodiazepine die Sturzgefahr und führen zu Demenz-ähnlichen Symptomen.

Moderation: Christian Lang, Redaktion: Regula Zehnder