Chancen und Grenzen der Online-Psychotherapie

Wir kaufen im Internet ein, lernen unseren Partner dort kennen, wickeln unsere Bankgeschäfte darüber ab – und auch der Gang zum Psychiater oder zur Psychologin ist nicht mehr nötig. Mittlerweile kann die Seele online behandelt werden. Aber es gibt auch Grenzen.

Frau hält Smartphone und macht Online Psychologie
Bildlegende: Mit dem Smartphone telefoniert man längst nicht mehr. Auch eine online Psychotherapie lässt sich damit machen. colourbox

«Wer in einer akuten Krise steckt oder Suizidgedanken hat, sollte sich direkt an einen Therapeuten wenden», sagt Tobias Krieger, Psychologe an der Universität Bern. Gemeinsam mit einem Team hat er ein Online-Therapie-Programm entwickelt. 

Wichtige Punkte zur Online-Psychotherapie

  • Wer ein solches Therapieprogramm anbietet, sollte über einen Fachausweis verfügen. Hinter dem Programm sollte auch ein Mensch aus Fleisch und Blut sein.
  • Ins Therapieprogramm sollten Sicherheitsmechanismen eingebaut sein, damit erkannt werden kann, ob sich der Patient in einer akuten Krise befindet oder gar suizidgefährdet ist.
  • Die Online-Therapie ist gut für Menschen in einer Krise, die sich nicht zu einem Therapeuten getrauen.
  • Oftmals ist die Offenheit via Computer grösser als wenn jemand einem Therapeuten gegenüber sitzt.
  • Der Patient ist zeitlich unabhängig. Es spielt keine Rolle, wann er seine Fragen beantwortet.
  • Bei einer seriösen Therapie wird der Patient auch online engmaschig «überwacht».
  • Eine Online-Therapie bedarf gewisser Selbstdisziplin, die Fragen auch wirklich zu beantworten.

Moderation: Thomy Scherrer, Redaktion: Regula Zehnder