Das kleine 1 x 1 des Blutdrucks

Den Puls können wir selber am Handgelenk oder am Hals messen. Er zeigt die Schläge des Herzens an. Zum Messen des Blutdrucks braucht man ein Blutdruckmessgerät, das dann einen Wert ausspuckt. Doch was bedeutet dieser Wert, der im Moment auf einer Empfehlung von 140/90 entspricht?

Arzt hält Blutdruckmessuhr in der Hand.
Bildlegende: Zeigt das Blutdruckmessgerät 140/90 an, gibt es keinen Grund zur Sorge. Colourbox

Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Werten? Das Herz pumpt Blut in unseren Körper, um diesen mit Sauerstoff zu versorgen. Immer wenn sich das Herz zusammenzieht, drückt es Blut in die Arterien und der Blutdruck steigt. Der höchste Wert des Blutdrucks ist erreicht, wenn sich das Herz maximal zusammengezogen hat. Das ergibt dann den oberen Wert des Blutdrucks (systolischer Wert). Nach dem maximalen Zusammenziehen erschlafft das Herz. Folge: Der Blutdruck sinkt auf den niedrigsten Wert ab. Dies ist dann der untere Wert (diastolischer Wert). Auf diese Weise kommen die beiden Werte zu Stande.

Die Messeinheit
Der Blutdruck wird in mmHg angegeben. Das sind Millimeter (mm) Quecksilbersäule (Hg, das chemische Element für Quecksilber). Die Masseinheit beruht auf der alten Messmethode, bei welcher mit Hilfe einer Quecksilbersäule gemessen wurde.

Wozu muss man den Blutdruck messen?
«Den Blutdruck kann man mit dem Druck des Wassers im Gartenschlauch vergleichen. Zu viel Druck macht auf Dauer den Schlauch kaputt, er bekommt Risse», sagt der Ratgeber-Arzt Thomas Kissling. Das Gleiche passiert mit den Blutgefässen. Zu viel Druck führt zu einer starken Belastung des gesamten Gefässsystems, auch hier entstehen kleine Risse, in die sich Ablagerungen einnisten. Die Folge: Arteriosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung).

Hoher Blutdruck
Überschreitet der Blutdruck den von der Schweizerischen Hypertonie-Gesellschaft (SHG) empfohlenen Messwert von 140/90 muss man den Hausarzt aufsuchen. «Ein zu hoher Blutdruck ist gefährlich und kann nicht selber behandelt werden», sagt Thomas Kissling.

Niedriger Blutdruck
«Ein zu niedriger Blutdruck ist zwar lästig, aber ungefährlich», sagt Thomas Kissling. «Für das Herz ist er sogar gut.» Gerade wer zu schnell aufsteht, dem wird manchmal schwindlig, weil im Kopf eine Blutleere ist. «Bei niedrigem Blutdruck ist es wichtig, viel zu trinken. Auch Salzstängeli können helfen», rät der Mediziner.

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Bluthochdruck noch intensiver behandeln?

6:47 min, aus Puls vom 23.11.2015

Moderation: Reto Scherrer, Redaktion: Regula Zehnder