Dr. Google: Gesundheit aus dem Internet

Medizin

Die grosse Mehrheit der Patienten informiert sich vor dem Arztbesuch im Internet. Dort ist die Menge an Informationen und Daten gross – zu gross – auch weil wir das Internet täglich speisen. Richtige und falsche Informationen zu trennen und zu interpretieren, ist häufig Aufgabe der Ärzte.

Medizin aus dem Internet.
Bildlegende: Für den Umgang mit Gesundheitsinformationen aus dem Internet fragen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker. colourbox.com

Hausarzt Thomas Kissling ist offen gegenüber Patienten, die sich im Internet informieren. Auch er greift täglich in die Tasten. Doch glaubt er nicht daran, dass der Computer bald den Mediziner ersetzt. Zu individuell sind die Leiden der Patienten, zu wichtig die Sinne und Intuition der Ärzte und zu gross die Fülle an (Falsch-)Informationen im Netz.

Seine Tipps für den Umgang mit Gesundheitsdaten aus dem Internet:

  • Diagnose aus dem Internet: Erzählen Sie dem Arzt nicht nur «was» Sie im Internet gelesen haben, sondern auch «wo». Nicht alle Seiten enthalten neutrale Informationen, manchmal sind diese kommerziell gesteuert – und das ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Ihr Arzt hilft Ihnen dabei, die Informationen zu filtern und zu interpretieren.
  • Hilfestellungen im Netz: Bleiben Sie kritisch. Fragen Sie sich: «Wer sagt das? Ist die Information für irgendjemanden von Vorteil?» Hören Sie auf sich, denn jeder Körper ist anders. Ihren Körper kennen Sie und vielleicht Ihr Vertrauensarzt am besten.
  • Therapien aus dem Internet: Der Computer ist nur so gut wie seine Inputs. Ein Beispiel: Ein Navigationsgerät ist hilfreich, doch wenn es den neuen Tunnel nicht kennt, zeigt es uns den falschen Weg. Das Internet ist eine grosse Datenbank, aber die personalisierte Medizin erfolgt meist (noch) durch den Arzt.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Brigitte Wenger