Fitter vor der Operation, fitter nach der Operation

Vor einer Operation schonen sich die meisten Patienten. Doch das könnte sich rächen. Das Konzept «better in, better out» besagt, dass ein Training vor der Operation das Risiko für lange Spitalaufenthalte, lange Reha oder gar Komplikationen verkleinern kann: die Prehabilitation.

Eine junge Frau liegt in einem Krankenbett.
Bildlegende: Keine Lust auf eine lange Rehabilitation? colourbox.com

«Grundsätzlich ist es allgemein wichtig, dass man fit ist», ist für Hausarzt Thomas Kissling klar. «Viele ältere Patienten haben aber das Gefühl, Krafttraining ist nur etwas für Junge. Dabei ist Krafttraining in jedem Alter wichtig, besonders vor einer kräftezehrenden Operation.»

Hier die Tipps von Hausarzt Thomas Kissling:

  • Nicht nur das Herzkreislaufsystem trainieren, sondern auch die Muskelkraft: Die Hälfte der Muskelkraft, die man mit den Jahren verliert, müsste man nicht verlieren, würde man die Muskeln entsprechend gebrauchen.
  • Ein langer, gezielter Aufbau vor einer Operation wäre natürlich ideal. Dies ist in der Realität jedoch nur selten machbar. In zirka drei Wochen ist aber auch schon viel zu erreichen.
  • Ein Krafttraining bringt etwas, wenn gewisse Reize gesetzt werden: Es muss also anstrengend sein. Und natürlich müssen die Muskeln trainiert werden, die danach bei der Operation eine Rolle spielen. Mit dem richtigen Training können auch Fehlhaltungen schon vor der Operation korrigiert werden.
  • Ausdauertraining bringt etwas, wenn man sich fordert, ohne sich zu überfordern: Aus dem Atem kommen oder schwitzen, dabei aber noch mit jemandem sprechen können.

Redaktion: Brigitte Wenger