«Fräulein zahle!» hat definitiv ausgedient

Konsum

Früher war der Fall klar: Wer im Restaurant noch ein Bier oder die Rechnung bestellen wollte, rief dem «Fräulein». Vor über 20 Jahren wurde diese Anrede aber abgeschafft. Und jetzt scheint, es weiss niemand so richtig, wie man das Servicepersonal rufen soll. Der «Ratgeber» hat die Lösung.

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Eigentlich ist das «Fräulein» schon längst ausgestorben. 1996 gab nämlich die Bundeskanzlei einen «Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren» heraus. In diesem 192-seitigen Dokument steht klar und deutlich: Fräulein sollte weder schriftlich noch mündlich gebraucht werden.» Folglich auch nicht mehr im Restaurant.

Doch wie ruft man das Servicepersonal richtig?

Gastrosuisse – der Verband für Hotellerie und Restauration – empfiehlt, «Service, bitte!» zu rufen. Oder besser noch: Oft trägt das Personal ein Namensschild. Dann liegt es nahe, dass man die Person auch gleich mit Namen anspricht, also zum Beispiel «Frau Silvia» oder «Frau Huber». Das ist höflich und sorgt auch gleich dafür, dass eine persönliche Atmosphäre entsteht.

Fragt man Christoph Stokar, den Schweizer Knigge, dann kann er mit diesen Vorschlägen gut leben. Allerdings findet er, in einem guten Restaurant müsste es einfacher gehen: Blickkontakt zwischen Gast und Servicepersonal sollte bereits ausreichen. Falls das nicht klappt, hilft meist ein diskretes Handzeichen dazu.

Was ist tabu?

Christoph Stokar findet, «Fräulein» sei definitiv passé und sollte endgültig aus dem Wortschatz gestrichen werden. Was ebenfalls nicht geht: Ruppiges Benehmen, lautes Rufen im Kasernenhof-Stil und auch Schnippen oder Pfeiffen geht gar nicht. Absolut tabu ist auch, dass man das Personal anfasst.
Kurz kann man also sagen: Man sollte mit dem Servicepersonal immer so umgehen, wie man selber auch behandelt werden will.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Maria Kressbach