Giftige Tiere in der Schweiz: Was tun?

Die Schweiz ist nicht besonders bekannt für ihre Gifttiere. Und doch gibt es Schlangen, Skorpione, Spinnen, Kröten, Salamander oder Raupen, deren Körpersäfte für den Menschen giftig sein können. Die beste Vorsichtsmassnahme ist: keinen Kontakt! Aber was, wenn es doch passiert?

Eine Kreuzotter
Bildlegende: Eine Kreuzotter – eine von zwei giftigen einheimischen Schlangen. colourbox.com

Beispiel Schlangen: «In der Schweiz gibt es zwei Giftschlangenarten: die Aspisviper und die Kreuzotter», sagt Joan Fuchs, Toxikologin mit Spezialgebiet Gifttiere bei Tox Info Schweiz. «Sie sehen ungiftigen Arten ziemlich ähnlich.» Im Frühling und im frühen Sommer sonnen sie sich auf Steinen und Felsen.

Joan Fuchs erklärt, was zu tun ist, wenn ein Mensch mit einem potenziell giftigen Tier in Kontakt gekommen ist:

  • Allgemein: Rufen Sie Tox Info Schweiz auf die Nummer 145 an. Aus dem Ausland sind die Experten unter +41 44 251 51 51 erreichbar. Wichtige Infos sind: Was ist passiert? Wer ist betroffen? Wann ist es passiert? Wo ist es passiert? Wie gehts dem Patienten im Moment? Oder gehen Sie ins nächste Spital.
  • Schlangen: Seit den 60er Jahren gab es in der Schweiz keine Todesfälle durch Schlangenbisse mehr. Dennoch ist ein Schlangenbiss als potenziell gefährlich einzustufen. Betroffene Stelle ruhig stellen, nicht abbinden oder manipulieren, Stiche nicht aussaugen, schnell einen Arzt oder ein Spital aufsuchen.
  • Raupen: Die Haare der Eichen- oder Kiefernprozessionsspinner brechen bei einer Berührung ab und können in der Haut stecken bleiben und zu starkem Juckreiz führen. Sofort abspülen, versuchen, die Haare mit einem Klebeband zu entfernen, Symptome behandeln, bei anhaltendes Symptomen eine Arzt aufsuchen. 
  • Kröten und Salamander: Das Sekret auf der Haut dieser Tiere kann zu einer starken Reizung von Haut und Schleimhäuten führen. Nach Augenkontakt sollten Hände und Augen gründlich ab- und ausgespült werden. Nach Kontakt mit der Mundschleimhaut sollte der Mund ausgewaschen und danach eine Tasse fettfreie Flüssigkeit verabreicht werden. Halten die Symptome an, soll ein Arzt aufgesucht werden.

Redaktion: Brigitte Wenger