Grüne Geldanlagen: Investieren mit gutem Gewissen

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Erspartes kann heute dank sogenannt nachhaltiger Fonds quasi klimafreundlich angelegt werden. Ganz einfach ist das allerdings nicht: Viele Bankkunden dürften nicht um Kompromisse herumkommen. Dennoch gibt es einige Punkte, auf die Sie Ihren Bankberater ansprechen können.

Windkraftanlagen.
Bildlegende: Nachhaltig Investieren bedeutet: Geld in klimafreundliche Unternehmen investieren. Es lohnt sich, entsprechende Fonds gut unter die Lupe zu nehmen. Keystone

Gutes für die Umwelt tun – ohne dabei viel zu tun: Mit nachhaltigen Geldanlagen ist das durchaus möglich. Es gibt heute unzählige Möglichkeiten, Erspartes quasi klimafreundlich anzulegen. «Nachhaltig Investieren» nennt sich das. Dazu bieten sich beispielsweise Fonds an, in denen Aktien von Unternehmen mit besonders hohen Klimazielen dabei sind.

Schauen Sie die Fonds genau an

Allerdings ist Nachhaltigkeit ein dehnbarer Begriff. Deshalb macht es Sinn, einen Fonds genau anzuschauen, bevor man sein Geld investiert. Denn unter Umständen sind in dem Fonds genau solche Unternehmen, die man als umweltbewusster Mensch nicht unterstützen möchte.

Folgende Punkte sollten Sie beachten, wenn Sie Ihr Geld klimafreundlich anlegen möchten:

• Definieren Sie persönliche Ausschlusskriterien. Zum Beispiel: «Ich möchte keine Unternehmen unterstützen, die Atomstrom produzieren oder fossile Brennstoffe fördern.» In diesem Fall werden Sie sich für einen Fonds entscheiden, in dem solche Unternehmen nicht enthalten sind.

• Fragen Sie sich, welche Branchen oder Unternehmen Sie mit Ihrer Investition fördern möchten. Sie können sich dann z.B. für einen Fonds entscheiden, in dem besonders viele Unternehmen im Portfolio enthalten sind, die sich für erneuerbare Energien stark machen.

• Lassen Sie sich vom Kundenberater der Bank aufzeigen, wie klimaschonend der gewählte Fonds ist – beispielsweise sollte er Ihnen aufzeigen können, wie CO2-intensiv der Fonds ist, den er Ihnen verkaufen möchte (d.h. wie viele Titel von Unternehmen enthalten sind, die besonders viel CO2 ausstossen).

• Fragen Sie den Berater, was die im Fonds enthaltenen Unternehmen leisten im Bereich Klimaschutz.

• Seien Sie sich bewusst: Wenn Sie Geld in einem Fonds anlegen, investieren Sie in börsenkotierte und letzten Endes gewinnorientierte Unternehmen. Wenn das Risiko möglichst gut verteilt sein soll, werden auch Unternehmen, zum Beispiel Grosskonzerne, enthalten sein, die Sie spontan nicht zu den klimafreundlichsten zählen würden.

Es gibt im riesigen Angebot nachhaltiger Geldanlagen auch Fonds, die spezifisch auf das Klima ausgerichtet sind. Man spricht auch von thematischen Fonds. Experten raten jedoch, nicht ausschliesslich in solche zu investieren. Ebenso sollten Sie zurückhaltend sein, wenn es darum geht, in einzelne Projekte zu investieren (zum Beispiel in eine neue Windanlage). Solche Direktinvestitionen werben zwar mit hohen Renditen, die Risiken sind für Laien aber kaum abschätzbar. Bei breit gefächerten Fonds ist das Risiko wesentlich kleiner und überschaubarer.

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Autor/in: Maria Kressbach