Ist der schlechte Ruf vom Cortison noch gerechtfertigt?

Das Medikament Cortison mache dick, schade den Knochen und der Haut. Diese Fakten sind nicht falsch, stammen aber aus einer früheren Zeit. Mit dem heutigen Wissensstand sollte Cortison richtig dosiert werden können.

Medikamente gegen Asthma enthalten häufig Cortison.
Bildlegende: Medikamente gegen Asthma enthalten häufig Cortison. colourbox.com

«Cortison ist ein sehr erfolgreiches Medikament, welches vor allem bei Entzündungen und auch Allergien eingesetzt wird», sagt Hausarzt Thomas Kissling. «Der schlechte Ruf des Medikaments kommt aber nicht von ungefähr!»

Cortison basiert auf Cortisol, einem lebenswichtigen Hormon, welches unser Körper selber herstellt. Cortison als Medikament wirkt nur in Dosierungen, die über dem natürlichen Hormonspiegel liegen. Die Nebenwirkungen von Cortison sind also normale, aber verstärkte Reaktionen des Körpers.

Im Ratgeber erklärt Hausarzt Thomas Kissling, ob der schlechte Ruf von Cortison gerechtfertigt ist oder nicht.

  • Cortison kann den Knochenaufbau hemmen und die Ursache für Osteoporose sein. Dies geschieht vor allem, wenn das Cortison in Tablettenform und über eine längere Zeit eingenommen wird.
  • Cortison kann Heisshunger verursachen und zu einer deutlichen Gewichtszunahme führen; dies auch bei richtiger Dosierung. Nicht zu viel essen!
  • Cortison kann die Ursache für Hautveränderungen sein. Um die Collagenbildung nicht massiv zu stören, sollte eine Salbe höchstens drei Wochen am Stück angewendet werden. Mit einer Intervall-Behandlung kann die Haut geschont werden.

Redaktion: Brigitte Wenger