Kinder und Smartphone – was tun?

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Smartphones gehören heute zum Alltag. Auch Kinder interessieren sich sehr für die Geräte. Mit etwa zwölf Jahren ist ein Kind reif für sein erstes Smartphone. Doch welche Regeln müssen die Eltern im Umgang mit dem Gerät beachten?

Kinder und der Umgang mit Smartphones: Wir geben Rat.
Bildlegende: Kinder und der Umgang mit Smartphones: Wir geben Rat. Colourbox

Seien es die Kosten, die mit der Benutzung entstehen können, die Inhalte, die sich ein Kind darauf anschaut oder die Zeit, die es mit dem Gerät verbringt: Für Eltern ist das erste Smartphone ihres Kindes eine Herausforderung. Mit den folgenden Tipps lässt sie sich meistern:

  • Um hohe Kosten durch eine übermässige Nutzung zu vermeiden, sollte ein Prepaid-Abonnement gewählt werden. So muss das Kind selber lernen, mit einem fixen Betrag im Monat auszukommen.

  • Einkäufe in Appstores oder bei iTunes sind in der Regel nur per Kreditkarte möglich. Es versteht sich von selbst, dass Eltern ihren Kindern keinen unkontrollierten Zugang zur eigenen Kreditkarte geben sollten.
  • Soll doch ein Kauf erlaubt werden, ist das zum Beispiel mit einer Geschenkkarte möglich. Dabei ist sicherzustellen, dass in den Einstellungen des Smartphones nur altersgerechte Einkäufe erlaubt sind.
  • Eltern können auch sogenannte Familienkonten einrichten, dank denen sie jeden Kauf ihres Kindes genehmigen oder ablehnen können (bei Apple-Geräten in den Einstellungen unter den Kontoeinstellungen, bei Android-Geräten in den Einstellungen des Google Play Store)
  • Mit einem Familienkonto haben Eltern immer die Kontrolle darüber, welche Apps oder Games ein Kind benutzt. Und die gekauften Inhalte stehen allen Familienmitgliedern zur Verfügung.
  • Wichtig ist, dass Kindern bewusst wird, dass auch digitale Inhalte etwas kosten. Entsprechende Einkäufe sollte man deshalb ans Sackgeld koppeln oder sich in bar bezahlen lassen.
  • Was sich ein Kind auf seinem Gerät alles im Internet anschaut oder mit wem es chattet, lässt sich nicht so einfach kontrollieren. Sie ist auch gar nicht sinnvoll: So eine Kontrolle würde gegen das Recht auf Privatsphäre verstossen, das auch Kinder haben.
  • Bei Geräten von Apple lassen sich in den allgemeinen Einstellungen (unter der Auswahl «Einschränkungen») bestimmte Programme wie z.B. der Internetbrowser deaktivieren. Es kann dort auch festgelegt werden, dass keine neuen Apps installiert werden dürfen.
  • Bei Android-Geräten fehlt so eine Möglichkeit in den Einstellungen. Sie ist aber über Dritt-Apps zum Teil möglich.
  • Besser als Dritt-Apps (für Apple- oder Android-Geräte), welche das Benutzerverhalten kontrollieren und zum Teil einschränken, ist eine offene Kommunikation mit dem Kind darüber, was es mit seinem Smartphone anstellt und warum. Bei einem solchen Gespräch kann das Kind auch dafür sensibilisiert werden, wie wichtig der Schutz der Privatsphäre im Internet ist.
  • Wie viel Zeit ein Kind mit dem Smartphone verbringt lässt, sich nicht einfach festlegen. Es wäre an den Smartphone-Herstellern, die entsprechenden Funktionen in ihre Geräte zu integrieren.
  • In einem «Mediennutzungsvertrag» kann geregelt werden, wie viele Stunden das Kind pro Woche am Bildschirm spielen, chatten oder im Internet sein darf.
  • Eltern sollten streng darauf achten, dass das Kind sein Smartphone am Abend nicht mit ins Bett nimmt. Darum sollte das Gerät über Nacht immer an einem Ort ausserhalb des Kinderzimmers deponiert oder aufgeladen werden.

Autor/in: Jürg Tschirren, SRF Digital, Moderation: Dani Fohrler