Krise in der binationalen Ehe – was tun?

Irgendwann weiss man nicht mehr weiter. Was tun? Die Probleme orten und darüber sprechen, der gängige Rat. Das gilt auch für binationale Ehen. Gerade hier sei die Bereitschaft essentiell, sich und seine kulturellen Werte zu hinterfragen.

Herz mit Riss.
Bildlegende: Beziehungskrise: Bei binationalen Ehen können diese Tipps hilfreich sein. Colourbox

Natürlich ist kein Paar wie das andere, sagt Esther Hubacher von der Beratungsstelle für binationale Paare «frabina». Doch gewisse Probleme tauchen häufig auf. 6 Tipps:

  • Bereit sein, seine eigene Kultur zu hinterfragen. Häufig merkt man erst lange nach Eheschluss, welche Kompromisse man wirklich bereit ist, einzugehen.
  • Nicht gleich zum Scheidungsanwalt rennen, sondern sich sorgfältig über die Konsequenzen einer Scheidung informieren. Besonders auch wenn Kinder im Spiel sind. Sorgerecht und Bleiberecht sind zwei der wichtigsten Punkte im Scheidungsdiskurs.
  • Erwartungen besprechen und klären: Häufig hat man einen schnelleren Integrationsprozess erwartet und kann nicht damit umgehen, dass der Partner kein Deutsch lernt oder noch keine Arbeit gefunden hat.
  • Finanzielle Fragen diskutieren. Wer verdient das Geld? Wieviel fliesst ins Heimatland des ausländischen Ehepartners? Wieviel steht überhaupt zur Verfügung?
  • Hilfe holen. Sich bei der Gemeinde über Beratungsstellen informieren.
  • Eine Scheidung nicht als schlimmste mögliche Option sehen.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Patricia Banzer