Lassen Sie Medikamente von der Apotheke kontrollieren

Was viele nicht wissen: Verabreichte Medikamente kann man in der Apotheke überprüfen lassen. Das heisst: Es wird kontrolliert, ob sich die neu verschriebenen Tabletten mit den selber gekauften vertragen. Am besten nimmt man sämtliche Medikamente mit Schachtel und Beipackzettel mit in die Apotheke.

Verschiedene Tabletten
Bildlegende: Medikamente vom Hausarzt, vom Spezialisten und selber gekaufte. Das kann gefährlich oder nutzlos sein. Deshalb: Alles einpacken und kostenlos gründlich in der Apotheke überprüfen lassen. Colourbox

Wer einen Medikamenten-Cocktail unterschiedlicher Herkunft einnimmt, der tut gut daran, alles einmal in die Apotheke mitzunehmen. Verabreichte Medikamente kann man von der Apothekerin oder dem Apotheker überprüfen lassen. «Diese Dienstleistung erbringen die Apotheken kostenlos», sagt Enea Martinelli, Chefapotheker am Spital Interlaken.

Gerade wer Medikamente vom Hausarzt, vom Spezialisten, allenfalls von einem Spitalaufenthalt und dann noch selber gekaufte einnimmt, läuft Gefahr, dass er nutzlos zu viele Medikamente nimmt oder Medikamente, die sich von der Wechselwirkung her gegenseitig stören können.

Der Apotheker empfiehlt

  • Sämtliche Medikamente (Tabletten, Tropfen, Salben, Kapseln, Sirup oder Pulver), die man zusammen einnimmt, einmal vom Apotheker überprüfen zu lassen.
  • Der Apotheker kann kontrollieren, ob die Medikamente untereinander unverträglich sind oder ob eines gut weggelassen werden kann.
  • Geprüft wird auch, dass man nicht plötzlich ein Medikament gegen die Nebenwirkungen eines anderen einnimmt.
  • Vorsicht bei selber gekauften oder von Verwandten oder Bekannten überlassenen Medikamenten: Hier immer in der Apotheke nachfragen, ob man sie bedenkenlos einnehmen kann.
  • Auch pflanzliche Medikamente können die Wirkung verschriebener oder anderer pflanzlicher Medikamente stören.
  • In der Apotheke wird auch geprüft, ob es allenfalls eine günstigere Form der Einnahme gibt. Wer Tabletten schlecht teilen kann, ist vielleicht mit einer niedriger dosierten besser bedient.
  • Der Apotheker prüft auch, dass man Medikamente, die sich gegenseitig stören können, trotzdem einnehmen kann (wie viel Wartezeit dazwischen? Mahlzeiten dazwischen?)
  • Der Patient soll über die Dosis nicht selber entscheiden. Das ist Aufgabe des Arztes oder des Apothekers. Wirkt ein Medikament zu stark oder zu schwach, fragt man als erstes am besten in der Apotheke nach.
  • Alles mitbringen: Salben, Sprays, Tabletten, Vitaminpräparate, Tropfen, Nahrungsergänzung, Kapseln usw.
  • Die Apotheke entsorgt auch gleich abgelaufene Medikamente.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Regula Zehnder