Nahrungsergänzungsmittel individuell abstimmen

Wer sich ausgewogen und vielseitig ernährt, bekommt alles, was der Körper braucht. Normalerweise. Menschen mit Mangelerscheinungen, Schwangere oder Senioren können von medizinischen Supplementen profitieren. Aber für wen sind all die Vitaminpräparate im Verkauf?

Pillen in Gläsern und ein Apfel.
Bildlegende: Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel, sind aber oft im Grenzbereich zwischen Lebensmitteln und Medikamenten angesiedelt. colourbox.com

«Nahrungsergänzungsmittel sollten individuell auf persönliche Bedürfnisse und Lebenssituationen abgestimmt werden», sagt Ernährungsberaterin Beatrice Conrad.

«Menschen mit einem Mangel, zum Beispiel junge Frauen mit einem Eisenmangel, Schwangere, Senioren, die Lebensmittel schlechter umsetzen, Sportler zur Infektprophylaxe oder Veganer sollten entsprechend substituieren. Doch auch in anderen Gruppen ist zum Beispiel der Vitamin D-Mangel weit verbreitet.»

Die Ernährungsberaterin gibt folgende Tipps:

  • Mit Mangelerscheinungen: Hier ist die Tendenz erkennbar, weniger breit zu supplementieren, sondern gezielt. Dies in Absprache mit einem Mediziner.
  • Ohne Mangelerscheinungen: Wer ohne Mangel, beziehungsweise ohne das Wissen um einen Mangel ergänzt, soll ein niedrig dosiertes Multivitaminpräparat nehmen. Man supplementiert eher zu viel.
  • Problematisch kann es werden, wenn verschiedene Präparate kombiniert werden und somit Grenzwerte der Zufuhrsempfehlung massiv überschritten werden. Dies ist vor allem bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) problematisch. Es gibt auch Supplemente, die sich gegenseitig in ihrer Aufnahme behindern, beziehungsweise beeinflussen, zum Beispiel Eisen und Calcium.
  • Da Nahrungsergänzungsmittel individuell abgestimmt werden sollten, ist eine neutrale Fachperson beizuziehen.

Redaktion: Brigitte Wenger