Richtig handeln am Unfallort

Wenn jemand mit dem Auto verunfallt, ist schnelle und vor allem richtige Hilfe entscheidend. Wie aber verhält man sich am besten, wenn man als Unbeteiligter auf eine Unfallstelle trifft? Was soll man tun, was besser lassen? Hier die wichtigsten Antworten.

Erste Hilfe an einer Puppe.
Bildlegende: Ist der Verunfallte bewusstlos und atmet nicht, ist Beatmung und Herzmassage notwendig. Keystone

Das höchste Gebot auf einer Unfallstelle lautet: Ruhe bewahren und überlegt vorgehen. Das Bundesamt für Unfallverhütung empfiehlt dafür folgenden Ablauf: Schauen, Denken, Handeln:

Schauen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation. Die Leitfragen dazu lauten: Was ist geschehen? Wer ist betroffen? Gibt es Verletzte? Dies sind wichtige Informationen, die Sie zur Hand haben sollten, wenn Sie die Rettungskräfte alarmieren.


Denken: Überlegen Sie sich, wo auf der Unfallstelle allenfalls weitere Gefahren drohen. Die Sicherheit für Opfer, Helfer und andere Personen auf der Unfallstelle hat oberste Priorität. Vermeiden Sie Folgeunfälle und starten Sie keine halsbrecherischen Rettungsaktionen, mit denen Sie sich selbst gefährden. Überlegen Sie auch, ob Sie weitere Personen als Helfer einbinden können und teilen Sie ihnen konkrete Aufgaben zu (z.B. den Verkehr regeln, Hilfe holen etc.).


Handeln: Als erstes sollten Sie die Unfallstelle und sich selbst sichern: setzen Sie den Warnblinker am Auto, stellen Sie das Pannendreieck auf und ziehen Sie sich die Leuchtweste an.

Wenn Sie sicher sind, dass bereits genügend Personen vor Ort sind: Fahren Sie weiter. Gaffer sind nicht nur ein Ärgernis für Opfer und Helfer, sondern behindern auch die Rettung.

Erste Hilfe - aber wie?

In einer Unfallsituation zu helfen, ist eine Pflicht. Im Minimum müssen die Rettungskräfte alarmiert werden. Wer dies nicht tut, obwohl er kann, macht sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Folgendes Erste-Hilfe-Schema wird vom Schweizerischen Samariterverein empfohlen:

  1. Bewusstsein prüfen. Falls die Person bei Bewusstsein ist, situationsgerecht helfen. Situationsgerecht heisst: wenn notwendig den Notruf alarmieren.
  2. Falls die Person nicht bei Bewusstsein ist: Atmung prüfen. Falls die Person atmet: Seitenlagerung und Notruf (144 oder die international gültige Nummer 112).
  3. Falls die Person bewusstlos ist und nicht atmet: sofort den Notruf alarmieren und einen Defibrilator anfordern. In der Zwischenzeit mit Herzmassage und Beatmung beginnen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Person im Auto eingeklemmt ist. Falls durch Feuer oder Wasser im Auto weitere Gefahren drohen, versuchen Sie, das Opfer schnellstmöglich aus dem Wagen zu befreien. Wenn die Situation nicht dringlich ist, überlassen Sie die Bergung besser den Rettungskräften. Sonst laufen Sie Gefahr, allfällige Verletzungen etwa an der Wirbelsäule noch zu verschlimmern.

Redaktion: Anna Wepfer