Romance-Scam: Vorsicht vor der neuen Art des Heiratsschwindels

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Viele Menschen suchen neue Freunde oder einen Lebenspartner im Internet. Das machen sich auch Betrüger zu Nutze. Sogenannte Romance-Scammer – also Romantikbetrüger – umgarnen ihre Opfer auf Online-Plattformen und knöpfen ihnen mit Lügen und manchmal auch Erpressung viel Geld ab.

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Die Romance-Scammer kontaktieren auf Plattformen wie Facebook, Swissfriends, Parship oder Elitepartner ihre ahnungslosen Opfer. Dabei verwenden Sie einen falschen Namen und aus dem Internet gestohlene Fotos. Bald senden Sie Liebesschwüre, spielen die grosse Liebe vor, geben sich fürsorglich. Bis das Opfer sich verliebt und dem Fremden bedingungslos vertraut.

Man verliert viel Geld – und sein Herz

Dann passiert das erste Unglück: Der neue Partner oder die neue Partnerin ist plötzlich in einer gefährlichen Situation und braucht dringend Geld. Kaum hat das Opfer bezahlt, passiert etwas anderes, weitere Überweisungen sind fällig. Natürlich werden die Betroffenen irgendwann misstrauisch und wollen nicht weiter bezahlen. Dann werden sie oft emotional unter Druck gesetzt. «Du liebst mich nicht!», «Du lässt mich hängen!», «Willst du, dass ich sterbe?» sind typische Aussagen. Oft schalten sich noch Komplizen ein und rufen an als Anwalt oder als Vertreter einer Strafbehörde. Nützt das nichts, schrecken die Betrüger auch nicht vor Erpressung zurück. Die Betroffenen verlieren so zigtausende Franken – und ihr Herz und ihre Selbstachtung.

Seien Sie schlauer als die Betrüger

Hinter diesen Betrugsmaschen steckt oft die berüchtigte Nigeria-Connection – eine organisierte Verbrecherbande. Deshalb lässt man sich am besten gar nicht auf solche Spielchen ein.

Die wichtigsten Tipps:
  • Regel Nummer 1: Behalten Sie eine gesunde Skepsis gegenüber Internet-Inhalten. Vieles, was da steht, stimmt nicht.
  • Senden Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht wirklich gut kennen. Sobald die neue Online-Liebe von Geld zu sprechen beginnt, brechen Sie den Kontakt ab.
  • Schreiben Sie mit ihrem Internet-Flirt auf der jeweiligen Plattform und bleiben Sie da. Denn: Weil seriöse Online-Plattformen regelmässig verdächtige Profile löschen, wollen die Betrüger diese so schnell wie möglich verlassen und mit ihren Opfern ausserhalb – per Mail oder Messenger – kommunizieren.
  • Geben Sie den Namen ihres neuen Internet-Flirts auf Google ein. Vielleicht finden sich dort bereits Warnungen von früheren Opfern.
  • Schlagen Sie bald einmal einen Video-Chat vor. Weigert sich das Gegenüber partout, dann wird er etwas zu verbergen haben. Sein wahres Gesicht sollen Sie nicht sehen.
  • Überprüfen Sie immer auch die Fotos, die Ihnen der digitale Liebhaber oder die digitale Liebhaberin geschickt hat. Mithilfe der Google-Bildersuche findet man schnell heraus, ob die Bilder aus dem Netz geklaut sind. Eine Anleitung dazu finden Sie unten.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Maria Kressbach