Selbstbild versus Aussenwirkung

Wir haben das Gefühl, wir kennen uns. Andere haben das Gefühl, sie kennen uns. Nur leider stimmen diese beiden Bilder, also Selbstbild und Aussenwirkung, oft nicht überein. Wann wird diese Unstimmigkeit zum Problem? Und was dann?

Sehen mich die Anderen gleich, wie ich mich sehe?
Bildlegende: Sehen mich die Anderen gleich, wie ich mich sehe? colourbox.com

«Zum Problem wird, was zu Konflikten und Enttäuschungen führt», sagt DRS-Ratgeber-Psychologe Henri Guttmann. «Zum Beispiel, wenn man an einer Castingshow teilnimmt, obwohl man nicht singen kann, oder wenn man bei einem Bewerbungsgespräch nicht so rüberkommt, wie man eigentlich ist.»

Bilder sollten ungefähr übereinstimmen
Dabei ist es nicht so, dass Selbstbild und Aussenwirkung immer zu 100% übereinstimmen müssen. «Wie sonst sollen wir uns verlieben, wenn wir von Anfang an alles über das Gegenüber wissen», sagt Henri Guttmann.

Es ist aber schon von Vorteil, wenn die beiden Bilder ungefähr übereinstimmen. Denn dank einer realistischen Einschätzung meiner Stärken und Fähigkeiten weiss ich auch, wie ich ankomme.

Damit Andere mich so wahrnehmen, wie ich rüberkommen will, hat Henri Guttmann folgende Tipps:

  • Je stabiler mein Selbstwertgefühl, desto näher sind Selbstbild und Aussensicht: Zu den eigenen Fehlern stehen macht mich glaubwürdig.
  • Sich bewusst sein, dass mich der andere nicht unbedingt so versteht, wie ich rüberkommen will.
  • Möglichst sich selbst bleiben und davon ausgehen, dass es man es nie allen recht machen kann.
  • Mut zum Misserfolg, es darf auch mal schief gehen. Akzeptieren, dass einem nie alle nett finden.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Brigitte Wenger