Sträucher selber vermehren

Johannisbeeren, Stachelbeeren, viele Wildrosen und Sträucher lassen sich mit Stecklingen auf einfache Weise vermehren. «Ratgeber»-Gärtnerin Silvia Meister erklärt, wie's geht.

Johannisbeeren am Strauch.
Bildlegende: Mit Stecklingen lassen sich unter anderem Johannisbeer-Sträucher vermehren. Colourbox

«Noch vor dem ersten längeren Frost geschnitten, werden die Stecklinge schon im nächsten Frühling austreiben», verspricht «Ratgeber»-Gärtnerin Silvia Meister.

Silvia Meisters Stecklings-Tipps:

  • einen jungen, geraden Trieb auswählen, der unten verholzt ist
  • vom verholzten Teil ein ca. 30 cm langes Stück schneiden
  • unten schräg, oben gerade abschneiden (so kommt er nicht kopfüber in die Erde)
  • der Schrägschnitt unten, wo der Steckling Wurzeln treiben wird, soll lang und sauber sein (scharfes Messer verwenden)
  • der gerade Schnitt oben soll ca. 1 cm oberhalb einer Knospe gemacht werden
  • sämtliche Blätter vom Trieb entfernen
  • Knospen entfernen bis auf die obersten zwei bis drei
  • Steckling zu 2/3 in einen Topf oder direkt ins gelockerte Gartenbeet stecken
  • Erde gut andrücken, reichlich giessen, den Winter hindurch feucht halten
  • Topf für den Winter an einen windgeschützten Ort stellen
  • gegen Sommer nach draussen oder in einen grösseren Topf setzen
  • nur gesunde Büsche auswählen

Die Methode eignet sich besonders auch dann, wenn Sie eine schöne und gute Pflanze im Garten haben, die aber einen Haken hat: Sie kennen ihren Namen nicht und können sie deshalb nicht wieder kaufen.

Auch von Grossmutters Pfaffenhütchen oder vom Holunder des Nachbarn kann man sich mit Stecklingen seinen eigenen Strauch ziehen. Aber fragen Sie zuerst höflich, ob Sie einen Zweig schneiden dürfen.

Folgende Pflanzen lassen sich gut so vermehren:

  • Johannisbeeren
  • Stachelbeeren
  • Holunder
  • Wildrosen
  • Alte beziehungsweise historische Rosen
  • Weiden
  • Liguster
  • Besenginster
  • Goldregen
  • Heckenkirsche
  • Pappeln
  • Pfaffenhütchen
  • Sanddorn
  • Weissdorn

Moderation: Thomy Scherrer, Redaktion: Doris Rothen