Tabuthema Blasenschwäche

In der Schweiz leidet rund jede vierte Frau und jeder zehnte Mann an einer Blasenschwäche. Insgesamt sind das etwa 400‘000 Personen. Eine Blasenschwäche ist ein Tabuthema, das auf den Alltag und das Sozialleben Auswirkungen hat. In den meisten Fällen könnte man jedoch etwas dagegen tun.

Etwa 400'000 Schweizerinnen und Schweizer leiden an Blasenschwäche.
Bildlegende: Etwa 400'000 Schweizerinnen und Schweizer leiden an Blasenschwäche. Colourbox

Wie stark die Blasenschwäche den Betroffenen belastet, ist individuell. Für einige ist ein Tropfen Urin in der Unterhose bereits schlimm, andere gehen erst bei regelmässigen Spritzern zum Arzt. «Den Arzt sollte man aufsuchen, sobald die Lebensqualität eingeschränkt ist», sagt Fiona Burkhard, Urologin am Inselspital Bern. Denn meistens könne man etwas dagegen tun.

Frauen und Männer leiden an unterschiedlichen Arten einer Blasenschwäche: Bei Frauen geht meist beim Husten, Niessen, Lachen oder beim Sport unfreiwillig eine kleine Urinmenge verloren. Dies nennt sich Belastungsinkontinenz. Hier liegt eine Schwächung des Beckenbodens vor, welche die Funktion des Schliessmuskelsystems herabsetzt. Als Behandlung kommt Beckenbodentraining in Frage oder eine Operation.

Männer leiden meist an einer Dranginkontinenz (hyperaktive Blase, Reizblase). Hier ist die gereizte Blasenmuskulatur das Problem. Betroffene leiden an einem ungewöhnlich häufigen und starken Harndrang, der ganz plötzlich auftritt. Der Grund dafür ist meistens eine vergrösserte Prostata. Als Behandlung kommen Medikamente und/oder eine Operation in Frage.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Brigitte Wenger