Therapie(un)treue – wenn Patienten nicht tun, was der Doktor sagt

Jeder vierte Patient ist «non-compliant». Das heisst, er setzt die Therapie nicht so um, wie der Arzt vorschlägt. Gründe können Angst vor Nebenwirkungen sein, Überforderung oder weil der Patient nicht an die Therapie glaubt. Diese Untreue kann aber negative Folgen haben. So werden Sie therapietreu.

Ärztin und Patient schauen Röntgenbild an.
Bildlegende: Je besser der Patient die Therapie versteht, desto eher setzt er sie auch um. colourbox.com

«Patienten mit chronischen Krankheiten werden häufiger therapieuntreu als Patienten mit einem akuten Problem», sagt Hausarzt Thomas Kissling. Doch nur weil man noch keinen spürbaren Schaden von der Therapieuntreue davon trage, heisst das nicht, dass sie problemlos sei.

Wie bleiben Patienten einer Therapie treu?

  • Patienten müssen den Nutzen einer Therapie verstehen: Verstehen sie den Nutzen nicht und nehmen Tabletten nicht oder falsch, muss dies mit dem behandelnden Arzt angesprochen werden. So kann die Therapie wenn möglich angepasst werden.
  • Patienten müssen eine Therapie anwenden können: Vielleicht gibt es eine Tablette, die der Patient am Morgen nehmen kann anstatt am Abend, wenn dies dem Tagesablauf des Patienten eher entspricht?
  • Patienten müssen die Therapiesprache verstehen: Das ärztliche Fachchinesisch muss vom Doktor in eine verständliche Sprache übersetzt werden.
  • Patienten müssen sich im Tabletten-Dschungel zurechtfinden: Je mehr Tabletten, desto grösser die Konfusion, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass man die Tablette nicht richtig zu sich nimmt. Ausserdem gibt es immer mehr Wechselwirkungen zwischen den Therapien.
  • Patienten sind für Ihre Gesundheit selber verantwortlich: Der Arzt hilft dem Patienten, gesund zu werden oder gesund zu bleiben.

Redaktion: Brigitte Wenger