Thomas Meyer: Trennt euch, wenn euch die Beziehung nicht gut tut

Es passt oder es passt nicht. Aber meistens passt es nicht, stellt Thomas Meyer in seinem neuen Essay-Band fest. Es geht um «inkompatible Beziehungen und deren wohlverdientes Ende». Das Buch liest sich wie ein Ratgeber und ist eine konkrete Anleitung zum Loslassen.

Thomas Meyer, Schweizer Schriftsteller
Bildlegende: Thomas Meyer weiss aus eigener Erfahrung, wie schwierig und wie befreiend eine Trennung sein kann. Lukas Lienhard

Der bekannte Roman-Autor («Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse») sieht sich nicht als Psychologe oder Beziehungs-Experte. Eher als Freund, der ehrlich ist und sagt, was Sache ist. Und er will Mut machen. Das gelingt ihm gut.

Wenn es in einer Beziehung nicht passt, dann wird es nie passen. Dann ist es besser, wenn man sich trennt, schreibt Meyer. Auch die grösste Liebe sei kein Garant für eine harmonische Beziehung. Die Redewendung «Gegensätze ziehen sich an» passt ihm nicht, für ihn stimmt: «Gleiches und Gleiches gesellt sich gern». Denn nur, wer sich verstanden und geborgen fühlt, wer sich selber sein und mit dem Partner lachen kann, lebt in einer Beziehung, die gut tut.

Thomas Meyer Anregungen:

  • Eine Trennung ist und bleibt ein grosser Mist. Doch das Leben ist kurz. Zu kurz für alles, dass Sie nicht zum Lachen bringt.
  • Verlassen Sie sich aufs Bauchgefühl. Sie merken, wenn Ihnen eine Beziehung nicht gut tut.
  • Der Mensch, mit dem Sie zusammen sind, ist wie er ist. Und nicht, wer er Ihrer Meinung nach sein sollte.
  • Es geht nicht darum, wie Sie für jemanden empfinden. Es zählt einzig, wie Sie mit ihm empfinden.
  • Es gibt Kompromisse, die man eingehen muss und solche, die man keinesfalls eingehen darf.
  • Sie erweisen Ihren Kindern keinen Dienst, wenn Sie nur wegen ihnen zusammen bleiben.
  • Wenn es zur Trennung kommt: Niemand ist schuld, es passt einfach nicht.

Aus dem Buch:
Thomas Meyer. Trennt euch! Ein Essay über inkompatible Beziehungen und deren wohlverdientes Ende. Salis Verlag, 2017.

Autor/in: Susanne Sturzenegger, Moderation: Adrian Küpfer