Unbezahlter Urlaub: Wie frage ich meinen Chef?

Unbezahlte Urlaube sind im Trend, vor allem in der Finanzbrachne. Wer sich zusätzliche Ferien leisten kann und will, sollte aber einige Punkte beachten, wenn er dieses Anliegen beim Chef vortragen will.

Zwei Frauen reden im Büro.
Bildlegende: Wer unbezahlte Ferien beziehen will, sollte sich gut auf das Gespräch mit dem Chef vorbereiten. Colourbox

Zusätzliche Ferien sollte man vor allem für besondere Anlässe nehmen – nach besonders intensiven Arbeitsphasen zum Beispiel, wenn das Hobby mehr Zeit braucht als sonst oder wenn man Familienangehörige pflegen will. Das sagt Gudela Grote, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der ETH Zürich.

Eher ungeeignet ist unbezahlter Urlaub bei akuten Stress- oder Erschöpfungssymptomen. Um diesen entgegenzuwirken, sollte man besser die Arbeitslast anders einteilen oder die Arbeitstechnik hinterfragen.

Wer sich zusätzliche Ferien leisten kann und will, muss dieses Anliegen noch beim Chef durchbringen. Dazu haben Gundela Grote und Markus Grutsch, Arbeitspsychologe an der Fachhochschule St. Gallen, ein paar Tipps:

  • Setzten Sie sich in die andere Person hinein: Was bedeutet das für meinen Chef, wenn ich längere Zeit nicht da bin?
  • Bringen Sie den Nutzen des unbezahlten Urlaubs vor: Was bringt es dem Team oder der Firma, wenn ich zusätzliche Ferientage beziehe?
  • Überlegen Sie sich, wie wichtig die zusätzlichen Ferien sind: Wie weit bin ich bereit zu gehen? Wäre ich bereit, die Stelle zu künden, wenn mir der Urlaub nicht gewährt wird? Solche Argumente kann man ebenfalls vorbringen.
  • Warten Sie den richtigen Zeitpunkt ab: Überrumpeln Sie den Chef nicht, passen Sie ihn etwa nicht kurz vor Feierabend ab. Gehen Sie selber gut überlegt und ruhig in das Gespräch, sicher nicht in einer Situation, in der Sie gestresst oder genervt sind.
  • Denken und planen Sie selber mit: Überlegen Sie sich gut, wann und warum zusätzliche Ferien Sinn machen und dem Team sowie der Firma nicht schaden.

Moderation: Thomy Scherrer, Redaktion: Sandra Witmer