Warum Wildtierfütterung im Winter den Tieren schadet

Gut gemeint aber falsch: Wer denkt, dass Rehe, Hirsche, Wildschweine und Steinböcke im Winter dringend zusätzliches Futter brauchen, schadet ihnen nur. Ihr Körper stellt nämlich automatisch auf einen Wintermodus.

Zwei Rehe liegen vor einer Futterkrippe im verschneiten Wald.
Bildlegende: Hirsche, Rehe und Gämse stellen ihre Verdauungssystem auf Sparmodus und brauchen kein zusätzliches Futter. Colourbox

Für die Tiere ist es normal, im Winter auf Sparmodus zu schalten, sagt Georg Brosi, Jagdinspektor des Kantons Graubünden: «Hirsche, Rehe und Gämsen stellen ihr Verdauungssystem auf die karge Winternahrung ein. Das vermeintlich helfende Futter kann so zur Todesfalle werden.»

Komposthaufen mit Brotresten oder Küchenabfällen sind ein attraktives Futterangebot für die Tiere und lockt sie in die Siedlungsgebiete. Die Ansammlung von Wild bei unnatürlichen Futterstellen erhöhe so nicht nur die Gefahr von Seuchenübertragungen, sondern störe den natürlichen Lebenskreislauf der Tiere. «Sie stellen den energiesparenden Winterstoffwechsel wieder auf Sommerbetrieb um», sagt Brosi.

Futterquellen wildsicher machen:

  • Kompoststellen und Grüngutdepot wildsicher einzäunen und abdecken.
  • Abfallsäcke erst am Morgen des Sammeltags auf die Strasse stellen.
  • Harte Brotstücke gehören nicht in den Wald gestreut.
  • Landwirtschaft: Siloballen und Futterreste beim Betrieb lagern und wildtiersicher einzäunen.
  • Wildtiere brauchen Ruhe: Wildruhezonen dürfen nicht betreten werden. Auf weiss grüne Bandagen und Schilder achten.

Moderation: Joëlle Beeler, Redaktion: Pascale Folke